Umfahrung Greifenburg: Bürger, Behörden und die Debatte über die bevorstehende Trassenführung.
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Kontroverse um Ortsumfahrung Greifenburg auf der B100

In Greifenburg wird die geplante Ortsumfahrung auf der B100 intensiv diskutiert. In der ORF-Sendung „Ein Ort am Wort“ prallten Befürworter und Gegner der aktuellen Trassenführung aufeinander.

Die Diskussion im Seestüberl in Greifenburg war laut Bericht bis auf den letzten Platz besetzt und verlief teilweise sehr emotional. Die Sendung „Ein Ort am Wort: Umfahrung von Greifenburg“ wurde an einem Montagabend aufgezeichnet bzw. gesendet.

Konflikt um Trassenführung und Grundstücke

Einige Grundstücksbesitzer protestieren gegen die vom Land geplante Umfahrungsvariante und fordern eine Abänderung. In der Sendung wurde berichtet, dass eine Bürgerinitiative gegen drohende Enteignungen kämpft. Eine Bürgerinitiative im Drautal hat sich zudem Unterstützung einer anderen Initiative aus der Steiermark geholt, um die Trasse zu beeinspruchen.

Die aktuell straßenrechtlich genehmigte Umfahrungsvariante verläuft entlang der Bahn. Im Seestüberl saßen auf einer Seite Anhänger der Bürgerinitiative „Lebenswertes Oberes Drautal“, auf der anderen Seite Personen, die eine Ortsumfahrung entlang der Bahn befürworten. Vom Land wurde erklärt, dass eine Variante mit Unterflurtrasse aus Kostengründen verworfen wurde.

Positionen von Land und Bürgerinitiative

Landeshauptmann-Stellvertreter und Straßenbaureferent Martin Gruber (ÖVP) nahm an der Diskussion teil. Er beschrieb das Projekt als sicherheitstechnischen Ausbau für die B100, der die Einwohnerinnen und Einwohner von Greifenburg entlasten solle. Gruber nannte als Plan, im Jahr 2028 mit dem Bau der Umfahrung zu beginnen. Zugleich wurde festgehalten, dass unklar ist, ob dieser Starttermin eingehalten werden kann.

Laut Gruber führte die Unterstützung durch die steirische Initiative zu eineinhalb Jahren Verzögerung und zu Mehrkosten von mindestens 15 Millionen Euro. In der Sendung wurde zudem berichtet, dass Land und Gemeinde am Projekt der Umfahrung festhalten.

Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Oberes Drautal“ wurde durch Sprecher Michael Dünhofen vertreten. Er kritisierte fehlende Transparenz und Information seitens des Landes. Dünhofen gab zu bedenken, dass die bahnparallele Trasse für überregionalen Schwerverkehr attraktiver werden könnte. Er äußerte die Sorge, dass durch einen kreuzungsfreien Kreisverkehr ein rund zehn Kilometer langer durchgehender Abschnitt entstehe und der Transitverkehr dadurch stärker angezogen werden könnte.

Spielraum bei Ausführung, keine großen Änderungen

Volker Bidmon, Leiter der Straßenbauabteilung, erklärte, dass geringfügige Abweichungen bei der Ausführung der Trasse möglich seien. Als Beispiele nannte er etwa die Wahl zwischen einer Stahlbetonmauer oder einer Steinschlichtung. Gravierende Änderungen an der Trasse seien jedoch nicht mehr möglich.

Der Grundbesitzer Alois Stolzlechner, der Grundstücke an der aktuellen Trasse besitzt, forderte Individuallösungen. Er hat für die kommende Woche einen Verhandlungstermin mit dem Land angekündigt und erklärte, er wolle gegebenenfalls bis zur letzten Instanz gehen.

Gemeindeprojekte im Ortskern

Greifenburgs Bürgermeister Josef Brandner (ÖVP) erläuterte, er wolle den Ortskern beleben. Die Gemeinde habe gemeinsam mit der Gemeinde Berg ein altes Postgebäude gekauft. In diesem Gebäude sind nach seinen Angaben zwei Ärzte und ein Physiotherapeut untergebracht, zudem gibt es einen gemeinsamen Bauhof mit der Gemeinde Berg. Brandner erklärte, man sei bereits dabei, den Ortskern zu stärken.

In der Sendung „Ein Ort am Wort: Umfahrung von Greifenburg“ diskutierten Birgit Rumpf-Pukelsheim und Konrad Weixelbraun mit Experten, Gästen aus der Politik und dem Publikum über Pro- und Kontra-Positionen zur Ortsumfahrung auf der B100.