Unbezahlte Schattenarbeit: Die mentale Last und ihr Gewicht auf Frauen in Österreich
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Mentale Last in Familien: Unsichtbare Aufgaben belasten vor allem Frauen

In vielen Familien und Partnerschaften übernehmen Frauen zahlreiche Aufgaben im Berufs-, Privat- und Familienleben. Diese Tätigkeiten werden häufig still und im Hintergrund erledigt und können nach Expertenangaben zu starker Belastung führen.

Die damit verbundene dauerhafte Anspannung wird als „mentale Last“ beschrieben. Gemeint ist die unsichtbare Arbeit im Kopf, etwa das Organisieren, Planen, Koordinieren und ständige Erinnern an anstehende Aufgaben.

Unsichtbare Arbeit und verschwimmende Grenzen

Beruf, Schule und andere Verpflichtungen bleiben demnach oft an Frauen hängen. Die Situation betrifft nicht nur Paare, sondern kann auch in Wohngemeinschaften eine Rolle spielen. In einer nicht repräsentativen Umfrage von „Wien heute“ erklärte ein Mann, mit Sicherheit denke die Frau beziehungsweise die Mutter alles mit.

Das Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien bestätigt, dass die Fülle an Aufgaben belastend ist. Zugleich verschwimmen der Darstellung zufolge die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer stärker. Als Beispiel wird genannt, dass jemand im Homeoffice arbeitet und gleichzeitig einen vollen Wäscheberg im Blick hat. Die Soziologin Eva-Maria Schmidt vom ÖIF erläutert, dass sich dabei Gedanken an Job und Haushalt vermischen.

Gefühl der Unsichtbarkeit als Belastungsfaktor

Die Psychotherapeutin Hiina Kanna Smyth vom Psychotherapie-Institut „Wiener Couch“ beschreibt die mentale Last als unsichtbare Arbeit. Viele Betroffene fühlten sich dadurch nicht gesehen und nicht verstanden. Nach ihren Angaben bedeutet diese Unsichtbarkeit auch, dass keine Anerkennung oder Belohnung erfolgt. Das bezeichnet sie als enormen Belastungsfaktor, aus dem Konflikte entstehen können.

Im Zentrum des Themas steht laut Smyth das Gesehenwerden in Partnerschaften. Es gehe darum, wahrzunehmen, was eine Person im Alltag alles erledigt hat.

Verantwortung teilen statt nur „helfen“

Smyth betont, es sei hilfreich, von dem Begriff „Mental Load“ gehört zu haben, und fordert mehr Sensibilisierung. Wichtig sei, nicht nur Danke zu sagen, sondern beim nächsten Mal Verantwortung zu übernehmen. Sie formuliert, man solle nicht nur helfen, sondern Aufgaben vollständig übernehmen.

Zur Veranschaulichung zieht sie ein Beispiel aus dem Straßenverkehr heran: Helfen bedeute, dass eine Person am Fahrersitz sitzt und die andere gelegentlich beim Navi unterstützt. In diesem Bild bleibe die Verantwortung beim Fahrer. Sinnvoller sei es, einen Fahrerwechsel zu vereinbaren, damit Verantwortung abwechselnd übernommen werde. Eine solche Rollenabwechslung bewertet Smyth als deutlich wertvoller als eine bloße 50:50-Aufteilung einzelner Aufgaben.

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