Vierbergelauf in Kärnten: Traditionelle Wallfahrt über vier Berge
In Kärnten findet am zweiten Freitag nach Ostern der Vierbergelauf statt. Der Brauch wird als jahrhundertealte, sich selbst organisierende Wallfahrt beschrieben, bei der vier Berge begangen werden.
Für das Jahr 2026 wird mit rund 6.000 Wanderern gerechnet. Der Start erfolgt in völliger Dunkelheit, weshalb jeder Teilnehmer eine Taschenlampe benötigt.
Start in der Finsternis und Weg über Kultberge
Die Teilnehmer brechen zu Mitternacht auf und marschieren bei völliger Dunkelheit los. Im Jahr 2026 ist es zum Start aufgrund des Neumonds besonders finster. Die Wanderer gehen auf ihrem Weg in Richtung Sonne.
Der Vierbergelauf führt tatsächlich über vier Berge: Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg. Erstes Ziel ist der Magdalensberg, der früher auch Helenenberg oder Hel-Berg genannt wurde. Er wird zu den großen Kultbergen Kärntens gezählt und als die am häufigsten besuchte archäologische Ausgrabungsstätte bezeichnet.
Wallfahrtscharakter und historische Hinweise
Beim Vierbergelauf sind Kreuzträger mit den Wanderern unterwegs. Der Brauch wird als Wallfahrt bezeichnet, die sich selbstständig organisiert. Erwähnt wird auch ein Kaiserlich-Königlicher Erlass, der den Brauch verbieten wollte.
Die lange Strecke gilt als körperlich fordernd, schmerzende Füße werden als typisches Begleiterscheinung der Wanderung beschrieben. Auf die Frage nach seiner Motivation wird ein Teilnehmer mit den Worten „Weil ich so viele Sünden hab“ zitiert.
Streckenverlauf und nächtliche Rast
Zur Beschreibung von Streckenabschnitten wird die Homepage „Vierbergelaufinfo“ herangezogen. Demnach geht es stellenweise wild den Berg hinab. Die Teilnehmer durchqueren unter anderem ein als gruselig bezeichnetes Waldstück bei Meiselberg.
Um 3.00 Uhr früh ist in Pörtschach am Berg eine Feldlager-Rast bei einem Bauernhof vorgesehen, bei der Lagerfeuer brennen. Kreuzträger ziehen dort den Wallfahrern in die Kirche voran. Teilnehmer, die keinen Platz in der Kirche finden, bleiben draußen auf dem Friedhof.
Weitere Stationen Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg
Nach Pörtschach am Berg führt der Weg weiter zum Ulrichsberg. Laut der Beschreibung auf „Vierbergelaufinfo“ erreichen manche Teilnehmer diesen Berg bereits um 4.00 Uhr. Im weiteren Verlauf liegen Veitsberg und Lorenziberg noch in weiter Ferne, bevor der Vierbergelauf endet.








