Villach leitet ökologische Verkehrswende ein: Größte Wasserstoff-Busflotte des Landes nimmt Fahrt auf
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Neue Wasserstoffbus-Flotte in Villach gestartet

In Villach ist am Mittwoch die laut Angaben größte Wasserstoff-Busflotte des Landes in Betrieb gegangen. Die Flotte umfasst 35 ÖBB-Postbusse, die schrittweise in den Fahrplan integriert werden.

Die Busse werden mit grünem Wasserstoff aus der Elektrolyseanlage der Kelag in Arnoldstein betankt. Am Postbus-Standort in Villach wurde dafür eine Wasserstoff-Tankstelle errichtet.

Einsatzgebiet und Technik

Die Wasserstoffbusse sollen im Raum Villach, im Drautal, im Rosental und im Gegendtal eingesetzt werden. Bisherige Wasserstoffbusse waren vor allem im Stadtverkehr unterwegs, für das Streckennetz in Kärnten mussten die neuen Fahrzeuge mit einem Partnerunternehmen neu entwickelt werden.

Laut Bushersteller Pierre Dellori verfügen die Busse über einen starken Zentralmotor mit 410 Kilowatt Peak-Leistung, was etwa 550 bis 560 PS entspricht. Die Laufleistung liegt demnach teilweise bei 400 bis 500 Kilometern. Zur Reduktion des Wasserstoffverbrauchs führen die Busse eine Pufferbatterie mit 117 Kilowattstunden mit.

Die neuen Fahrzeuge werden als leiser beschrieben als herkömmliche Busse und ermöglichen eine gleichmäßigere Beschleunigung. Ein Teil der Busse ist noch nicht vollständig mit Schriftzügen beklebt. Sechs Wasserstoffbusse sind bereits im Probebetrieb, der reguläre Linienbetrieb soll im Juni starten.

Betankung und Reichweite

Betreiber der Wasserstoff-Tankstelle ist Alexander Gutmann. Nach seinen Angaben wird jeder Bus einmal pro Tag betankt und verfügt über eine Speicherkapazität von 40 Kilogramm Wasserstoff. Mit der gesamten Flotte sollen im Jahr zwei Millionen Kilometer auf Wasserstoffbasis gefahren werden.

Finanzierung und Einordnung

Das Vorhaben ist ein Pilotprojekt, mit dem das Land Teil einer Wasserstoffmodellregion in der Europäischen Union ist. Die Gesamtkosten werden mit knapp 40 Millionen Euro angegeben, fast 30 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln der EU.

Verkehrs- und Energiereferent Sebastian Schuschnig (ÖVP) gibt an, dass dem Projekt in Brüssel eine Vorreiterrolle zugesprochen worden sei. ÖBB-Postbus-Vorstand Alfred Loidl äußert sich zur Wirtschaftlichkeit alternativer Antriebsformen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Wasserstoff derzeit teurer ist als herkömmlicher Treibstoff.