Von Niederösterreich ins Weltall: Lokales Unternehmen liefert Schlüsseltechnologie für ESA-Weltraummission
Dieses Thema Freunden empfehlen

Niederösterreichisches Unternehmen liefert Bauteile für ESA-Mission SMILE

Die Europäische Weltraumorganisation ESA bereitet gemeinsam mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften die Weltraummission SMILE zur Erforschung von Sonnenstürmen vor. An Bord des Satelliten kommt auch Technik des Unternehmens Space-Lock aus Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling zum Einsatz.

Ziel der Mission SMILE (Solar wind-Magnetosphere-Ionosphere Link Explorer) ist es, die Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde genauer zu untersuchen. Die Mission soll helfen, sogenannte Weltraumwetter-Phänomene besser zu verstehen.

Haltemechanismus aus Brunn am Gebirge

Space-Lock liefert für SMILE einen Haltemechanismus, der zentrale Komponenten des Satelliten fixiert. Dieser Mechanismus ist darauf ausgelegt, starke Vibrationen und große Temperaturschwankungen zwischen minus 150 und plus 120 Grad auszuhalten und die gehaltenen Teile erst im All kontrolliert freizugeben.

Im Zentrum der Mission steht ein Satellit mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten. Dazu zählt ein neuartiges Röntgenteleskop, das Bereiche der Magnetosphäre sichtbar machen soll, die bisher nur indirekt untersucht werden konnten.

Grundlagenforschung zu Weltraumwetter

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hebt die Bedeutung der Mission für die Grundlagenforschung hervor. Erstmals soll das Zusammenspiel von Sonnenwind und Magnetfeld als Gesamtsystem analysiert werden. Geladene Teilchen der Sonne können beim Auftreffen auf das Magnetfeld der Erde technische Systeme stören.

Die in diesem Zusammenhang beschriebenen Prozesse können Satelliten, Navigationssysteme oder Stromnetze beeinflussen. Ein genaueres Verständnis dieser Abläufe gilt als Voraussetzung, um Satelliteninfrastruktur oder Energieversorgung besser schützen zu können.

Start von Kourou mit Vega-C-Rakete geplant

Der Satellit der Mission SMILE soll vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana starten. Als Trägerrakete ist eine Vega-C vorgesehen, eine fast 35 Meter hohe Rakete mit einem Startgewicht von 210 Tonnen.

Der Start war ursprünglich für den 9. April 2026 geplant, wurde laut ESA jedoch verschoben. Grund dafür war ein technisches Problem bei der Produktion einer Subsystem-Komponente, das nach der Integration der Trägerrakete festgestellt wurde. Ein neuer Starttermin steht derzeit nicht fest. Nach dem Start soll die Mission in eine stark elliptische Umlaufbahn um die Erde eintreten.

Politischer Besuch bei Space-Lock

In der Woche vor der Veröffentlichung stattete Landeshauptfrau und ÖVP-Politikerin Johanna Mikl-Leitner dem Unternehmen Space-Lock einen Besuch ab. Sie betonte dabei die Bedeutung solcher Betriebe für den Standort Niederösterreich und erklärte, Niederösterreich entwickle sich zunehmend zu einem starken Standort für Weltraumtechnologien.