73 Jahre im Wiener Gemeindebau: Ein Bewohner erlebt politischen und sozialen Wandel
In einem Gemeindebau im Wiener Stadtteil Jedlersdorf lebt Otto seit seiner Kindheit und ist dort heute der älteste Bewohner. Die Wohnanlage am damaligen Stadtrand wurde 1952 bezogen und umfasst 16 Stiegen, drei Waschküchen und insgesamt 149 Wohnungen.
Der Gemeindebau war über Jahrzehnte von stabilen Mietverhältnissen und einer klaren politischen Ausrichtung geprägt. Im Laufe der Zeit änderten sich sowohl die Bausubstanz als auch die Zusammensetzung und Stimmung der Bewohnerschaft.
Frühe Jahre und Alltag im Gemeindebau
Otto wohnte bereits als Kind in dem Gemeindebau, konkret auf einer sogenannten „8er-Stiege“. Ende der 1950er-Jahre galt ein Fernseher dort als Luxus. In dieser Zeit kamen bis zu zehn Kinder in seine Wohnung, um im größten Zimmer gemeinsam Kasperl-Sendungen zu sehen.
Der Bau lag damals am Stadtrand in Jedlersdorf. Die Struktur mit 16 Stiegen, drei Waschküchen und 149 Wohnungen prägte den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner über Generationen hinweg.
Hohe Zustimmung für die SPÖ und Rolle im Alltag
Im Gemeindebau spielte die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) lange eine zentrale Rolle. Der Kassier der SPÖ wurde regelmäßig an den Türen von Genossinnen und Genossen erwähnt. Die Partei konnte im beschriebenen Umfeld unter anderem bei der Wohnungssuche und bei Arbeitsplätzen in einer Konsum-Filiale im Bezirk unterstützen.
Bei Wahlen erreichte die SPÖ in dieser Zeit im beschriebenen Umfeld bis zu 80 Prozent der Stimmen. Früher wohnten auch SPÖ-Abgeordnete in dem Bau.
Berufsjahre und beginnender baulicher Verfall
Der Autor des Berichts zog etwa 40 Jahre vor der beschriebenen Gegenwart auf dieselbe Stiege wie Otto. Zu dieser Zeit arbeitete Otto in Wien als Straßenbahnfahrer, vor allem auf der Linie 31, die im Umfeld als „der 31er“ bezeichnet wurde.
In den folgenden Jahren begann die Fassade des Baus zu bröckeln. Gegen Ende des alten Jahrtausends wurden Fassade und Fenster renoviert. Dabei wurden auch die Halterungen entfernt, an denen bisher am 1. Mai rote Fähnchen angebracht worden waren.
Politische Verschiebungen und Aufstieg der FPÖ
Parallel zu baulichen Veränderungen veränderte sich das politische Umfeld. Die SPÖ verlor ihre zuvor hohen Mehrheiten bei Wahlen. Im Gemeindebau gewann die FPÖ unter Jörg Haider an Zustimmung.
Die FPÖ trat im beschriebenen Zusammenhang mit lauten Slogans gegen Ausländer und gegen „die da oben“ auf. Später wohnten die früheren SPÖ-Abgeordneten nicht mehr im Bau; es zogen Abgeordnete einer anderen Partei ein, die nach den Schilderungen insbesondere jenen zuhörten, die unzufrieden waren.
Diese neuen Abgeordneten wiederholten Aussagen, wonach Ausländer und „die da oben“ an allem schuld seien. Die SPÖ verlor in der Folge ihre Hausmacht im Bau an die FPÖ. Inzwischen punktet die FPÖ laut Darstellung auch bei Menschen, die sie zuvor selbst als „Ausländer“ diffamiert hatte.
Wegzug von Altmietern und neue Bewohnerschaft
Um das Jahr 2000 setzte ein starker Wegzug von Altmietern ein. Ein Teil zog in Wohnheime für Senioren, ein Teil zu ihren Kindern. Andere Bewohner wurden mit dem Umzug auf den Friedhof beschrieben.
In späteren Jahren zogen neue Mieter mit nicht-deutscher Muttersprache in den Bau. Mit ihnen kamen wieder mehr Kinder in die Anlage mit ihren 16 Stiegen, drei Waschküchen und 149 Wohnungen. In zunehmend mehr Wohnungen wurden Sprachen gesprochen, die der Generation von Otto fremd waren.
In diesem Zusammenhang kam es zu ersten Missverständnissen und Reibereien zwischen Bewohnern. Der Haussegen im Bau von Otto wird als schon länger schief hängend beschrieben.
Aktuelle Themen im Umfeld des Gemeindebaus
Im Umfeld des Baus werden Themen wie das Coronavirus, der Ukraine-Krieg, Entwicklungen im Iran sowie Teuerungen bei Miete, Strom, Gas und Lebensmitteln wahrgenommen. Diese Entwicklungen bilden den Hintergrund für die aktuelle Stimmung im Gemeindebau.
Die geschilderte Geschichte Ottos und des Gemeindebaus ist als Teil einer fortgesetzten Darstellung angelegt und endet mit dem Hinweis „Fortsetzung folgt“.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








