Vorarlberg erklärt Wolfsmanagement zur Chefsache und ändert Jagdgesetz
Die Landesregierung Vorarlberg hat den Themenbereich Wolf zur Chefsache erklärt und das Jagdgesetz geändert. Künftig ist das Land statt der Bezirkshauptmannschaften für den Abschuss von Wölfen zuständig.
Die Neuregelung soll präventive Abschüsse ermöglichen, wenn Wölfe eine Gefahr für Menschen oder Nutztiere darstellen. Die Änderung kommt kurz vor Beginn der Alpsaison.
Neue Zuständigkeiten und präventiver Abschuss
In der letzten Landtagssitzung wurde das Jagdgesetz so angepasst, dass das Land Vorarlberg für Entscheidungen über Abschüsse von Wölfen verantwortlich ist. Mit der Änderung will das Land durch präventive Eingriffe eine Rudelbildung vermeiden.
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betont, man müsse beim Wolfsmanagement früh, schnell und präventiv eingreifen und verweist auf den Schutz der flächendeckenden Alpwirtschaft. Landesrat Christian Gantner (ÖVP) wird im Zusammenhang mit den neuen Regelungen ebenfalls namentlich genannt.
Angriffe auf Nutztiere und Wolfsnachweise
Im vergangenen Jahr sind in Vorarlberg neun Nutztiere von Wölfen getötet und sechs weitere verletzt worden. Fünf Tiere mussten nach Wolfsangriffen notgetötet werden.
Ein Wolf wurde im selben Zeitraum insgesamt 30 Mal nachgewiesen, entweder durch Nutztierrisse oder durch Wildkameras. Zudem wurde ein Wolf in fünf Fällen gesichtet. Derzeit ist in Vorarlberg von etwa fünf bis zehn Wölfen die Rede, die immer wieder nachgewiesen werden. Wolfsrudel gibt es in Vorarlberg derzeit nicht.
Herdenschutz und Unterstützung für Landwirtschaft
Neben der Möglichkeit des präventiven Abschusses werden Herdenschutzmaßnahmen für Landwirte und Älpler weiterhin unterstützt. Laut Christian Gantner erfolgt diese Unterstützung sowohl beratend als auch finanziell.
Seit 2018 wurden rund 400.000 Euro in Herdenschutzmaßnahmen investiert. Dazu zählen unter anderem die Anschaffung neuer Zäune und Weidezaungeräte. Ein gemeinsames Monitoring mit den Nachbarländern soll das Wolfsmanagement zusätzlich unterstützen.
Einschätzungen aus Landwirtschaft und Blick in die Schweiz
Schafbauer Anton Märk äußert sich positiv zur geänderten Wolfsregelung für die Alpwirtschaft. Er sagt, es sei beruhigend, wenn man wieder auf die Alpen auffährt und die Möglichkeit habe zu reagieren, wenn eine Sichtung vorliegt.
In der Schweiz, insbesondere im Kanton Graubünden, werden Wölfe deutlich häufiger gesichtet als in Vorarlberg. Dort ist von über 100 Wölfen die Rede. Christian Gantner erklärt, dass es in Graubünden bereits standfeste Wolfsrudel gebe und aus diesen Rudeln Jungtiere abwandern und sich neue Reviere suchen. Diese Jungtiere streifen seinen Angaben zufolge auch durch Vorarlberg, die derzeit durchziehenden Wölfe stammen demnach aus der Schweiz.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








