Karl Cernic als neuer Vorstand der KABEG gereiht
Der Aufsichtsrat der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG) hat sich in einer Sondersitzung am Dienstagnachmittag auf einen neuen Vorstand festgelegt. Aus dem Auswahlverfahren ging Karl Cernic, derzeit Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds, als Erstgereihter hervor.
Mit Cernic sollen nun Gespräche über den Dienstbeginn als Vorstand der KABEG geführt werden, angestrebt wird ein Start im Oktober. Der bisherige Vorstand Arnold Gabriel, der zwölf Jahre im Amt war, verlässt die KABEG mit Jahresende; bis dahin ist eine Übergabe vorgesehen.
Für die Vorstandsposition hatten sich insgesamt 50 Personen beworben. Die mit dem Auswahlverfahren beauftragte Personalberatungsfirma ISG schlug vier Kandidaten vor, mit denen der Aufsichtsrat am Dienstag Gespräche führte. Auf dieser Grundlage legte der Aufsichtsrat die Reihung fest, aus der Cernic als Erstgereihter hervorging.
Aufsichtsratsvorsitzender Leo Murer betonte, eine unabhängige und transparente Abwicklung des Auswahlverfahrens sei wesentlich gewesen. Er erklärte, der Aufsichtsrat habe sich für Karl Cernic als Kandidaten entschieden und hob dessen fachliche und persönliche Qualifikation hervor. Das Gehalt des KABEG-Vorstands orientiert sich laut Murer am Gehalt des höchsten Politikers und liegt mit 130.000 Euro brutto etwas unter dem Einkommen des Landeshauptmannes.
Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP) wünschte Cernic in einer Aussendung alles Gute und verband dies mit der Erwartung, dass es im Gesundheitsbereich Reformen brauche. Auch in der KABEG müssten aus seiner Sicht Strukturreformen stattfinden; wichtig sei, dass diese nicht auf dem Rücken der Patienten passieren. In der ÖVP-Aussendung wurde Cernic als „der richtige Mann an der richtigen Stelle und auch zur richtigen Zeit“ bezeichnet.
Von der FPÖ wurde die Entscheidung für Cernic als keine Überraschung kommentiert. Parteiobmann Erwin Angerer sprach in diesem Zusammenhang von einem vorhersehbaren Postenschacher und erklärte, er habe bereits im März in einem notariell beglaubigten Schreiben festgehalten, dass Cernic zum neuen Vorstand der KABEG bestellt werde. Angerer verwies darauf, dass in der Stellenbeschreibung unter anderem die Kenntnis des regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) vorausgesetzt worden sei und Cernic diesen mitentwickelt habe; die Ausschreibung habe daher wie maßgeschneidert auf ihn gewirkt, so Angerer, der sich in seiner Einschätzung nun bestätigt sieht.
Das Team Kärnten erklärte, Cernic sei an seinen Taten zu messen. Parteiobmann Gerhard Köfer sprach von einer organisatorischen und wirtschaftlichen Mammutaufgabe für den designierten Vorstand und verwies auf die demographische Entwicklung mit erhöhtem Bedarf an medizinischen Leistungen sowie auf eine allgemein angespannte personelle Situation. Das Team Kärnten wünschte Cernic alles Gute und erwartet laut Köfer eine unpolitische und überparteiliche Ausübung der Vorstandsposition in der KABEG.








