Welt-Autismustag: Forderungen nach mehr Schulassistenz und Aufklärung
Zum Welt-Autismustag haben in Tirol Betroffene und die Autistenhilfe und Wahrnehmungsentwicklung Tirol auf Herausforderungen von Menschen im Autismus-Spektrum aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach mehr Schulassistenz, besserer Aufklärung und mehr Chancengleichheit.
Der Anteil von Menschen im Autismus-Spektrum an der Bevölkerung wird dabei mit Schätzungen von ein bis zwei Prozent angegeben. Zugleich wird beschrieben, dass die Stigmatisierung nach wie vor groß ist und das Bild von Autismus in der Gesellschaft oft von Stereotypen geprägt ist.
Breites Spektrum und andere Wahrnehmung
Autismus wird als sehr breites Spektrum beschrieben. Als gemeinsamer Nenner gilt, dass Menschen mit Autismus die Welt anders wahrnehmen als andere. Demnach werden Reize und Informationen anders verarbeitet als bei anderen Menschen.
Carina Ruttinger, Obfrau der Autistenhilfe und Wahrnehmungsentwicklung Tirol, berichtet, dass Menschen mit Autismus bei Anfragen an Schulen und bei Bewerbungen häufig damit kämpfen, dass ihnen weniger Chancen gegeben werden. Häufig würden zudem jene Rahmenbedingungen, die Menschen mit Autismus benötigen, nicht geschaffen.
Als Gründe für fehlende Rahmenbedingungen werden fehlende Ressourcen und fehlendes Verständnis für den Bedarf genannt. Die Autistenhilfe Tirol dient als Anlaufstelle für Betroffene.
Beispiel einer Betroffenen und Hürden am Arbeitsmarkt
Als Beispiel für eine betroffene Person wird die 19-jährige Innsbruckerin Hanna genannt, bei der im Alter von zwölf Jahren Autismus diagnostiziert wurde. Für sie gestaltet sich die Suche nach einer Lehrstelle äußerst schwierig.
Ihre Mutter Sabine schildert, dass für viele Unternehmen eine Bewerbung schon erledigt sei, wenn in der Bewerbung eine Beeinträchtigung aus dem autistischen Bereich angegeben wird. Zudem seien Zeit- und Personalressourcen für eine aufwändige Einschulung häufig nicht vorhanden.
Forderung nach spezialisierter Unterstützung im Schulbereich
Zum Welt-Autismustag setzen sich die Autistenhilfe und Wahrnehmungsentwicklung Tirol sowie betroffene Menschen im Autismus-Spektrum besonders für mehr Schulassistenz ein. Elternverbände fordern ebenfalls mehr Unterstützung in diesem Bereich.
Derzeit läuft eine Petition im Nationalrat zum Thema Schulassistenz. Gefordert wird, dass Aufklärung und zusätzliche Ressourcen das Leben von Menschen im Autismus-Spektrum im Schulbereich erleichtern würden. Es wird die Ansicht vertreten, dass es nicht ausreiche, nur mehr Lehrerinnen und Lehrer in die Klassen zu stellen. In den Klassen sollten auch Menschen arbeiten, die sich explizit mit Autismus auskennen.
Die Online-Veröffentlichung der Informationen erfolgte am 2. April 2026, dem Welt-Autismustag.








