Wie gehe ich mit NS-Relikten um? Kostenfreie Beratung im Vorarlberg Museum
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vorarlberg museum bietet kostenlose Beratung zu NS-Relikten an

Das vorarlberg museum hat eine kostenlose Beratung zum Umgang mit Überbleibseln aus der Zeit des Nationalsozialismus eingerichtet. Das Angebot richtet sich unter anderem an Personen, die Dachbodenfunde oder Erbstücke aus dieser Zeit besitzen.

Mit der Beratungsstelle will das Museum den Umgang mit NS-Objekten thematisieren und Menschen fachlich zur Seite stehen. Nach Museumsangaben geht es dabei sehr oft um rechtliche Fragen.

Rechtliche Fragen zu Besitz und Umgang

Direktor Michael Kasper betont, dass der Besitz und das Verwahren von NS-Objekten zu Hause grundsätzlich nicht illegal sei. Als Beispiel wird genannt, das Buch „Mein Kampf“ aus Familienüberlieferung zu Hause aufzubewahren.

Nicht erlaubt ist es nach den im Museum gegebenen Auskünften, das Buch „Mein Kampf“ in den Verkauf zu bringen, in der Öffentlichkeit zu präsentieren oder die darin enthaltene Ideologie damit zu befeuern. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es einen Schwarzmarkt für NS-Objekte gibt.

Beispiele aus der Beratung

Beim Ausräumen eines Hauses in Deutschland fand Maria Kühne-Lerch aus Feldkirch NS-Abzeichen. Sie nahm die Abzeichen mit nach Vorarlberg, wollte sie nicht in den Müll geben und lieferte sie im vorarlberg museum ab.

Das Museum zeigt und beschreibt abgelieferte NS-Relikte, darunter Abzeichen und ein Spiel „Wehrschach“ aus der NS-Zeit. Zudem wird ein Kriegsverdienstkreuz als NS-Auszeichnung für Soldaten und Zivilisten vorgestellt, die nicht an Kampfhandlungen beteiligt waren. Es wird berichtet, dass es in vielen Haushalten Überbleibsel wie solche Abzeichen gibt.

Walter Feurstein aus Bregenz brachte eine Kiste mit Schriftstücken und Abzeichen zur Beratung ins Museum. Er berichtet, dass sein Vater an der Ostfront war. Nach eigenen Angaben hat er viel Material weggeworfen und den verbliebenen Teil zur Beratung gebracht. Er suchte dort Gewissheit zu Daten in den Unterlagen seines Vaters und gibt an, diese Gewissheit erhalten zu haben.

Erinnerungskultur und nächste Beratung

Museumsdirektor Michael Kasper hebt die Bedeutung von Erinnerungskultur für eine demokratische Gegenwart und Zukunft hervor. Viele Menschen sollten sich demnach damit befassen, was in der eigenen Familie und im eigenen örtlichen Umfeld in der NS-Zeit passiert ist. Zudem wird auf Erinnerungsorte hingewiesen, mit denen man sich auseinandersetzen soll.

Als nächster Termin ist eine weitere Beratung am Freitag, 29. Mai, von 9:00 bis 11:00 Uhr vorgesehen. Sie soll im Depot des vorarlberg museums im Grafenweg 14 in Hard stattfinden.