Wien präsentiert sich als internationale Kongressstadt
Wien gilt als eine der führenden Kongressmetropolen und knüpft dabei an eine lange Tradition an, die bis zum Wiener Kongress von 1814/15 zurückreicht. Aktuelle Großveranstaltungen und begleitende Programme sollen die Bedeutung von Tagungen für Stadtgesellschaft und Wissenschaft sichtbar machen.
Vom historischen Schauplatz im Palais Metternich am Ballhausplatz, dem heutigen Bundeskanzleramt, spannt sich der Bogen zu modernen Kongressen und Festivals, die in Wien stattfinden oder vorbereitet werden.
Historische Wurzeln vom Wiener Kongress bis zur Serie „Vienna Game“
Im Winter 1814 wurde Napoleon Bonaparte auf die Insel Elba verbannt. Im selben Jahr tagten in Wien im Palais des damaligen Außenministers Klemens von Metternich am Ballhausplatz Vertreter nahezu aller Staaten und Fürstentümer. Erstmals nahmen auch Interessensgemeinschaften an den Verhandlungen über die Aufteilung Europas teil.
Beim Wiener Kongress wurden gesellschaftspolitische Fragen wie der Sklavenhandel, die bürgerliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung und die Pressefreiheit diskutiert. Frauen traten dabei nicht nur als dekoratives Element in Erscheinung, sondern fungierten auch als Lobbyistinnen und Beraterinnen.
Die Historikerin Katrin Unterreiner beschreibt den Wiener Kongress in ihrem Buch „Liebe & Macht – hinter den Kulissen des Wiener Kongresses“ und war wissenschaftliche Beraterin bei der Historienserie „Vienna Game“. Die Serie, an der unter anderem Marlene Tanczik, Daniel Donskoy und Heike Makatsch mitwirken, soll ab November auf Disney+ zu sehen sein. Im Schloss Halbturn im Burgenland ist bis November eine Ausstellung zu sehen, die an Unterreiners Buch angelehnt ist.
Strategie und „Legacy“-Projekte des WienTourismus
WienTourismus verfolgt das Ziel, den gesellschaftlichen Wert von Meetings zu erhöhen und deren Wirkung sichtbarer zu machen. Das Vienna Convention Bureau unterstützt Veranstalter dabei, die Ziele ihrer Meetings mit Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Inklusion, Kultur und Nachhaltigkeit zu verknüpfen. Diese Initiativen werden als „Legacy“-Projekte bezeichnet.
Norbert Kettner, Direktor des Wien Tourismus, betont, dass solche Initiativen den in Wien lebenden Menschen zugutekämen und die Akzeptanz des Tourismus in der Stadt förderten. Er verweist darauf, dass andere Städte an ähnlichen Programmen arbeiten, Wien aber zu den Pionieren zähle. Ihm zufolge ist der „intellektuelle Durchzug“ fast wichtiger als die wirtschaftlichen Effekte von Kongressen. Laut Angaben im Kontext dieser Strategie nehmen zwei Drittel der Wienerinnen und Wiener Meetings bereits als wichtigen Standortfaktor wahr.
Beispiele aus Raumfahrt, Medizin und Geowissenschaften
Als Beispiel für die aktuelle Kongresstätigkeit dient das „Living Planet Symposium“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA, das im Juni des Vorjahres in Wien stattfand. Es wird als weltweit größte Konferenz zur Erdbeobachtung bezeichnet. Parallel dazu wurde am Karlsplatz das Festival „Space in the City“ für ein breites Publikum veranstaltet, das Kunst und Wissenschaft zum Angreifen kombinierte.
Der europäische Lungenkongress fand im September 2024 in der Messe Wien statt. Während der Veranstaltung konnten sich Personen zwischen 11 und 18 Uhr beim Eingang des Praters vor dem Wiener Riesenrad bei der U2-Station Praterstern kostenlose Lungenfunktionstests von Expertinnen und Experten durchführen lassen.
Die European Geosciences Union (EGU) hält ihre Kongresse jährlich in Wien ab. Anlässlich des 20-jährigen Wien-Jubiläums der EGU sind langfristige Aktivitäten bis 2030 geplant. Eine der vorgesehenen Maßnahmen ist die Gestaltung eines Graffitos gemeinsam mit Wiener Künstlerinnen und Künstlern auf einer Wand von Wiener Wohnen nahe dem Donauzentrum.
Robotik-Festival als öffentliches Rahmenprogramm
Am Karlsplatz soll zwischen 30. und 31. Mai das „Festival der Roboter“ mit freiem Eintritt stattfinden. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem „International Congress on Robotics and Automation“.
Beim „Festival der Roboter“ sollen Innovationen und Trends der internationalen Robotikforschung präsentiert werden. Geplant ist eine interaktive Robotikausstellung samt Mitmach-Kinderprogramm. Das Festival wird ausdrücklich als „Legacy“-Projekt geführt. Laut einer Infobox kann das Festival von 30. bis 31. Mai am Karlsplatz besucht werden.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








