Wien kassiert Rekordeinnahmen dank Verschärfung des Baumschutzgesetzes
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Wien erzielt Rekordeinnahmen aus Baumschutzgesetz

Die Stadt Wien hat im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen aus dem Baumschutzgesetz verzeichnet. Insgesamt flossen mehr als zwölf Millionen Euro aus Ausgleichsabgaben und Strafen in das zweckgewidmete System.

Mit den Mitteln dürfen in Wien unter anderem neue Bäume gepflanzt und bestehende Bäume gepflegt werden. Die Einnahmen sind gesetzlich ausschließlich für Ausgleichsmaßnahmen im Sinne der Ziele des Wiener Baumschutzgesetzes vorgesehen.

Deutlich höhere Ausgleichsabgabe seit 2024

Wer in Wien einen Baum fällen will, benötigt ab einem Stammumfang von 40 Zentimetern eine behördliche Bewilligung. Die Bewilligungspflicht gilt auch für Privatgrund. Bestimmte Obstbäume, Wälder im Sinne der forstrechtlichen Bestimmungen und unter anderem Gärtnereien sind davon ausgenommen.

In der Regel müssen für gefällte Bäume Ersatzbäume gepflanzt werden. Vorgabe ist dabei, einen Jungbaum pro angefangenen 15 Zentimeter Stammumfang des gefällten Baumes nachzusetzen. Alternativ kann eine Ausgleichsabgabe entrichtet werden.

Mit der Verschärfung des Wiener Baumschutzgesetzes Anfang 2024 wurde diese Ausgleichsabgabe deutlich angehoben: Statt zuvor rund 1.000 Euro pro nicht gepflanztem Ersatzbaum beträgt sie seither 5.000 Euro. Die Abgabe wird seitdem laufend valorisiert.

Mehr Einnahmen, geändertes Verhalten bei Ersatzpflanzungen

Die Einnahmen aus dem Baumschutzgesetz beliefen sich 2022 und 2023 jeweils auf rund 3,6 Millionen Euro. Im Jahr 2024 stiegen sie auf über 8,7 Millionen Euro. In der Statistik für 2024 sind noch Anträge aus der Zeit vor der Gesetzesänderung enthalten.

Vor der Gesetzesänderung wurde im Schnitt von jeder dritten angeordneten Ersatzpflanzung durch Zahlung der Ausgleichsabgabe Abstand genommen. Seit der Verschärfung ist es im Schnitt etwa jede fünfte angeordnete Ersatzpflanzung, für die stattdessen die Abgabe gezahlt wird.

Im Jahr 2022 wurden 10.149 Ersatzpflanzungen angeordnet, in gut 3.200 Fällen wurde die Ausgleichsabgabe gewählt. 2023 wurden 9.589 Ersatzpflanzungen angeordnet, rund 3.300-mal kam es zur Zahlung der Abgabe. Im Vorjahr ordnete die Stadt 11.913 Ersatzpflanzungen an; in rund 2.400 Fällen wurde die Ausgleichsabgabe genutzt.

Baumfällungen und Strafen

Im Vorjahr wurden in Wien 11.257 Baumfällungen beantragt, 9.122 Fällungen wurden bewilligt. 2023 lag die Zahl der bewilligten Fällungen bei 8.483, 2024 wurden 11.738 Baumfällungen bewilligt. Die Magistratsdirektion Wien gibt an, dass die Zahl der Baumfällungen über die Jahre relativ stabil sei und durch große Bauprojekte schwanke. Zur A4-Sanierung der ASFINAG im Jahr 2024 gehörte, dass sehr viele Bäume gefällt wurden.

Laut Magistratsdirektion hängt der Anstieg der Anzahl der bewilligten Baumfällungen 2024 nicht mit Anträgen in letzter Minute vor der Gesetzesverschärfung zusammen. Die Verschärfung des Baumschutzgesetzes sei sehr rasch umgesetzt worden.

Mit der Gesetzesverschärfung Anfang 2024 wurden neben der Ausgleichsabgabe auch die Strafen für Verstöße erhöht. Für Zuwiderhandlungen können Geldstrafen von bis zu 70.000 Euro verhängt werden. Werden ohne Bewilligung mehr als 20 Bäume gefällt, sind Haftstrafen von bis zu sechs Monaten möglich. Im Jahr 2025 wurden 104 rechtskräftige Strafen nach dem Wiener Baumschutzgesetz ausgesprochen.

Strengere Auflagen für Ersatzbäume

Seit Anfang 2024 gelten strengere Vorgaben für Ersatzpflanzungen. Es müssen größere Ersatzbäume gesetzt werden, außerdem wurde die Pflegeverpflichtung für diese Bäume von fünf auf zehn Jahre verlängert. Begründet wurde die Pflicht zu größeren Ersatzbäumen damit, dass diese sofort klimawirksam sein sollen.

Baumbestand und Aufforstungsprojekte

Außerhalb der Wälder stehen in Wien etwa 500.000 Bäume. Die Stadt verweist darauf, dass Wien eine der wenigen Metropolen mit über 50 Prozent Grünraum sei. Laut Darstellung hat Wien eines der strengsten Baumschutzgesetze Europas.

Regelmäßige Aufforstungsmaßnahmen ergänzen den Baumschutz. Dazu zählen etwa die Aktion „Wald der jungen Wiener*innen“ sowie das Projekt „Wiener Wäldchen“, bei dem Miniwälder im Stadtgebiet entstehen.

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