Wiener Bürgermeister Ludwig besucht besetzte Spin Time in Rom: Lob und Kritik für seine Haltung zur Hausbesetzung
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Wiener Bürgermeister besucht besetztes Gebäude in Rom

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat bei einem Aufenthalt in Rom das seit Jahren besetzte Bürogebäude „Spin Time“ besucht und dort Bewohnerinnen und Bewohner getroffen. Der Besuch löste politische Reaktionen in Wien aus.

In „Spin Time“ leben nach Angaben der Bewohnergemeinschaft mehr als 400 Menschen, organisiert in rund 130 Familien, darunter viele Migrantinnen und Migranten. Ludwig würdigte das Projekt als Modell städtischer Erneuerung.

Treffen mit Bewohnern und Brief der Gemeinschaft

Während des Besuchs traf Ludwig Vertreter der Bewohnergemeinschaft. Diese betonten die soziale Bedeutung von „Spin Time“ und werteten seinen Besuch als wichtiges Signal. Sie verwiesen dabei auch auf die Wohnungspolitik der Stadt Wien.

Zum Abschluss wurde Ludwig ein Brief der Bewohner vorgelesen. Darin warnt die Gemeinschaft vor den Folgen des Klimawandels und des Massentourismus, die Städte an ihre Grenzen bringen würden. Zugleich wird Wien als Vorbild für soziale Wohnungs- und Stadtpolitik genannt und ein weiterer Austausch zwischen Wien und Rom angeregt.

Hintergrund in Rom: Wohnraumknappheit und Mieten

Rom ist von erheblichen Wohnungsproblemen betroffen. Durch die zunehmende Verbreitung von Kurzzeitvermietungen ist das Angebot an Wohnungen für Einwohner knapp geworden, gleichzeitig sind die Mieten stark gestiegen.

„Spin Time“ gehört zu den in Rom und italienweit bestehenden besetzten Häusern, die als „Centri sociali“ bezeichnet werden. Diese fungieren als soziale Treffpunkte und werden meist von linken Aktivisten organisiert.

Gespräche mit Roms Bürgermeister und Papst-Audienz

Im Rahmen seines Rom-Aufenthalts traf Ludwig am Donnerstag den Bürgermeister der italienischen Hauptstadt, Roberto Gualtieri. An dem Gespräch nahm auch der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, teil. Zentrale Themen waren leistbares Wohnen, die Reform des EU-Vergaberechts, nachhaltige Mobilität und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Ludwig besuchte zudem die kürzlich eingeweihte U-Bahn-Station am Kolosseum. Bereits am Mittwoch hatten er und Walter Ruck an einer Generalaudienz mit Papst Leo XIV. teilgenommen.

Kritik der Wiener ÖVP

Der Besuch Ludwigs im Zentrum „Spin Time“ stieß bei der Wiener ÖVP auf Kritik. Der Wohnbausprecher der Wiener Volkspartei, Lorenz Mayer, bezeichnete eine Hausbesetzung als „Enteignung privater Eigentümer durch die Hintertür“ und sprach von einem gefährlichen Signal, wenn ein SPÖ-Bürgermeister eine Hausbesetzung als Vorbild feiere.

Mayer warf Ludwig vor, die Besetzung glorifiziert zu haben. Zugleich kritisierte er, dass bei privaten Hauseigentümern Baumaßnahmen rasch eingefordert würden, während Gemeindebauten aus seiner Sicht zusehends verfallen.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.