1,3 Millionen Wiener verzichten auf Strom-Rabatt – weil der Zähler nicht umgestellt ist

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Rund 1,3 Millionen Kundinnen und Kunden der Wiener Netze verzichten derzeit auf einen Rabatt bei den Netzentgelten, der ihnen offensteht. Grund ist der sogenannte „Sommer-Nieder-Arbeitspreis“ (SNAP), der seit April 2026 zwischen 10 und 16 Uhr in den Monaten April bis September 20 Prozent niedrigere Netzentgelte ermöglicht. Voraussetzung ist eine Umstellung des Smartmeter-Stromzählers auf Viertelstundenmessung. Weil diese Umstellung bei den meisten Anschlüssen der Wiener Netze noch nicht erfolgt ist, geht es nach Berechnungen um eine mögliche Ersparnis von bis zu rund 20 Millionen Euro jährlich, die derzeit ungenutzt bleibt.

Nur ein Fünftel der Wiener Anschlüsse profitiert bislang

Zuständig für den SNAP ist nicht der jeweilige Stromlieferant, sondern der Netzbetreiber. In Wien und den umliegenden Gemeinden sind das die Wiener Netze, die insgesamt 1,6 Millionen Anschlüsse versorgen. Von diesen haben rund 310.000 Haushalts-Zählpunkte die Viertelstundenmessung bereits aktiviert – das entspricht etwa jedem fünften Anschluss. Die übrigen rund 1,3 Millionen Kundinnen und Kunden könnten den Rabatt derzeit nicht nutzen, da bei ihnen die technische Voraussetzung fehlt.

Laut E-Control lässt sich mit dem SNAP pro Saison zwischen 11 und 15 Euro einsparen. Die obere Marke von 15 Euro bezieht sich auf einen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Hochgerechnet auf die rund 1,3 Millionen noch nicht umgestellten Kundinnen und Kunden der Wiener Netze ergibt sich daraus eine mögliche Gesamtersparnis von bis zu rund 20 Millionen Euro im Jahr, die derzeit nicht ausgeschöpft wird.

Umstellung erfolgt in Etappen

Die Wiener Netze gehen bei der Umstellung auf Viertelstundenmessung schrittweise vor. Zunächst werden größere Stromverbraucher mit einem Jahresverbrauch ab 5.000 Kilowattstunden umgestellt, erst danach folgen kleinere Haushalte. Wer nicht warten möchte, kann selbst aktiv werden: Das sogenannte Opt-In lässt sich etwa per E-Mail beantragen. Wichtig dabei ist, dass eine bloße Registrierung im Smartmeter-Webportal der Wiener Netze allein nicht ausreicht, um den SNAP zu erhalten. Die Viertelstundenmessung muss im Webportal zusätzlich aktiv angeklickt und freigeschaltet werden.

Gesetzlich ist vorgesehen, dass bis zum 1. Jänner 2027 alle bislang untätigen Kundinnen und Kunden automatisch auf Viertelstundenmessung umgestellt sein müssen. Bis dahin bleibt es weitgehend den Betroffenen selbst überlassen, ob sie den Wechsel vorziehen oder auf die automatische Umstellung warten.

Deutlich höhere Umstellungsquote in Niederösterreich

Ein Vergleich mit dem niederösterreichischen Netzbetreiber Netz NÖ zeigt einen deutlichen Unterschied bei der Umstellungsquote. Dort sind 808.217 Zähler bereits auf Viertelstundenmessung umgestellt, was einem Anteil von 97,5 Prozent der Kundinnen und Kunden entspricht. Netz NÖ bezeichnet damit „so gut wie alle Kunden“ als umgestellt, ohne diese Formulierung näher zu definieren. Die Wiener Netze geben an, dass ein schnelleres Vorgehen bei der Umstellung aufgrund der hohen anfallenden Datenmenge nicht möglich sei. Warum vergleichsweise wenige Kundinnen und Kunden über die verpasste Ersparnismöglichkeit Bescheid wissen, ist unklar.

Netzentgelte und Viertelstundenmessung im Überblick

Netzentgelte sind jener Teil der Stromrechnung, der unabhängig vom gewählten Stromanbieter an den regionalen Netzbetreiber für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Verteilnetzes gezahlt wird. Sie machen einen relevanten Anteil der Gesamtkosten für Strom aus und werden getrennt von den eigentlichen Energiekosten ausgewiesen.

Die Viertelstundenmessung ist eine technische Voraussetzung, die im Zuge der Digitalisierung der Stromzähler in Österreich zunehmend zum Standard wird. Herkömmliche Smartmeter erfassen den Verbrauch üblicherweise in gröberen Zeitintervallen, während die Viertelstundenmessung eine deutlich feinere zeitliche Auflösung ermöglicht. Diese feinere Messung ist Grundlage dafür, dass zeitlich begrenzte Tarifmodelle wie ein Rabatt zur Mittagszeit überhaupt korrekt abgerechnet werden können. Bundesweit sieht