25 Millionen Euro für unterirdischen Überholbahnhof im Terfener Tunnel

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Im Terfener Tunnel entsteht derzeit ein unterirdischer Überholbahnhof für die neue Unterinntalbahn. ÖBB und Brennerbasistunnel-Gesellschaft investieren rund 25 Millionen Euro in den Ausbau und die technische Aufrüstung der Anlage. Die Arbeiten sollen bis zum Schulbeginn am 14. September abgeschlossen sein.

Bauarbeiten im Terfener Tunnel

Der Terfener Tunnel ist 15,8 Kilometer lang und Teil der neuen Unterinntalbahn. Der Abschnitt, in dem der Überholbahnhof entsteht, wurde bereits beim Bau breiter angelegt und mit zwei zusätzlichen Gleisen ausgestattet. Diese Möglichkeit war laut ÖBB-Projektleiter Norman Schubert schon Anfang der 2000er Jahre, als die Unterinntalbahn errichtet wurde, vorgesehen.

Aktuell werden in dem Abschnitt Weichen, Gleise und weitere technische Anlagen installiert. Während der Bauarbeiten wird der Bahnverkehr oberirdisch auf der alten Trasse abgewickelt.

Auf der Strecke selbst kommt das ETCS-System zum Einsatz, ein europaweit einheitliches digitales Zugsicherungssystem. Klassische Signale am Streckenrand gibt es dort nicht mehr. Güterzüge verkehren auf der Unterinntalbahn mit maximal 100 km/h, Personenzüge können bis zu 220 km/h erreichen.

ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair ordnete das Vorhaben ein. Der neue Überholbahnhof soll künftig als Nordzulauf zum Brennerbasistunnel dienen.

Überholbahnhöfe als Element im Bahnbetrieb

Grundsätzlich sind Überholbahnhöfe eine gängige Lösung, um unterschiedliche Geschwindigkeiten von Güter- und Personenverkehr auf derselben Strecke zu vereinbaren. Da Güterzüge in der Regel deutlich langsamer unterwegs sind als Personenzüge, entstehen auf eingleisigen oder dicht befahrenen Abschnitten sonst leicht Verzögerungen. Zusätzliche Gleise an geeigneten Streckenpunkten ermöglichen es, dass schnellere Züge langsamere passieren können, ohne dass beide Zuggattungen ihre jeweilige Fahrweise anpassen müssen.

Bei stark ausgelasteten Strecken gewinnt eine solche Infrastruktur zusätzlich an Bedeutung, wenn das Verkehrsaufkommen mit der Zeit zunimmt. Neue Großprojekte im Bahnverkehr, etwa lange Tunnelbauten, werden deshalb häufig schon in der Planungsphase mit Reserveflächen oder baulich vorbereiteten Abschnitten für spätere Erweiterungen versehen, auch wenn diese zunächst nicht sofort genutzt werden.

Digitale Zugsicherungssysteme wie ETCS lösen in vielen europäischen Ländern zunehmend klassische, ortsfeste Signalanlagen ab. Anstelle sichtbarer Signale am Gleisrand erhalten die Züge die relevanten Informationen über Geschwindigkeit, Streckenzustand und Bremswege direkt in das Führerstandssystem übermittelt. Ziel eines solchen einheitlichen Systems ist es unter anderem, den grenzüberschreitenden Bahnverkehr innerhalb Europas technisch zu vereinheitlichen und den Betrieb auf Hochgeschwindigkeitsstrecken sicherer und effizienter zu steuern.