Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Alpenland hat das ehemalige Leiner-Areal beim Rathausplatz in St. Pölten gekauft. Der rund 9.000 Quadratmeter große Gebäudekomplex in zentraler Innenstadtlage stand lange leer. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) begrüßte den Verkauf.
Neuer Eigentümer für zentrale Fläche
Das Leiner-Areal liegt unmittelbar beim Rathausplatz und zählt damit zu den zentralsten Flächen der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Mit dem Kauf durch Alpenland geht die langjährige Leerstandsphase des Gebäudekomplexes in eine neue Phase über. Die Wohnbaugesellschaft ist gemeinnützig organisiert.
Bürgermeister Stadler bezeichnete Alpenland als „verlässlichen Partner, der sich sehr bewährt hat, viele Bauten im ganzen Land errichtet hat“. Auch Daniela Kittel, Juwelierin und Obfrau der „Freunde der Kultur St. Pöltens“, bewertete die Entwicklung als „sehr positiv“.
Isabella Stickler, Obfrau der Wohnbaugesellschaft Alpenland, erklärte, das Ziel sei, die Umgebung „nicht einfach zu ergänzen, sondern aufzuwerten“. Die konkreten Ideen für das Areal müssen dazu mit der Stadt St. Pölten abgestimmt werden. Zum Themenkomplex äußerte sich auch Franz Denk, Stadtplaner beim „ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich“.
Wachsende Innenstadt als Rahmenbedingung
Der Kauf des Areals fällt in eine Phase, in der die St. Pöltner Innenstadt an Einwohnerzahl zulegt. Laut einer Studie der Stadt St. Pölten frequentieren mehr als 600.000 Menschen jährlich die Altstadt der Landeshauptstadt. Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat die Innenstadt zudem 1.500 neue Bewohner dazugewonnen.
Grundsätzlich stehen Städte bei der Entwicklung ehemaliger Handelsflächen in zentraler Lage vor ähnlichen Fragestellungen. Leerstehende Gebäude in Innenstadtlagen gelten vielerorts als stadtplanerische Herausforderung, weil sie sowohl das Stadtbild als auch die Frequenz in angrenzenden Geschäftsstraßen beeinflussen können. Bei der Umnutzung solcher Flächen spielen üblicherweise mehrere Faktoren eine Rolle, etwa die bauliche Substanz des Bestands, die Erreichbarkeit für Fußgänger sowie die Frage, wie neue Nutzungen an bestehende öffentliche Räume wie Plätze oder Grünflächen anschließen.
Gemeinnützige Wohnbaugesellschaften wie Alpenland unterliegen in Österreich bestimmten rechtlichen Vorgaben, die sich von jenen gewinnorientierter Immobilienentwickler unterscheiden. Diese Rahmenbedingungen betreffen unter anderem die Verwendung erwirtschafteter Mittel, die vorrangig in weitere Bauvorhaben oder die Instandhaltung bestehender Objekte fließen müssen. Dadurch nehmen gemeinnützige Bauträger bei der Stadtentwicklung in vielen österreichischen Kommunen eine eigene Rolle ein, die sich von rein privatwirtschaftlich getriebenen Projekten unterscheidet.
Die weitere Entwicklung des Leiner-Areals hängt nun von der Abstimmung zwischen Alpenland und der Stadt St. Pölten ab. Wie Isabella Stickler betonte, sollen die Pläne für das Areal so gestaltet werden, dass sie über eine bloße Ergänzung des bestehenden Umfelds hinausgehen und zu dessen Aufwertung beitragen.





