Das AMS Niederösterreich beendet mit Jahresende die Förderung für drei regionale Beschäftigungsprojekte. Betroffen sind das Projekt Eibetex in Waidhofen an der Thaya, das Projekt „Landschaftspflege Schmidatal“ in Sitzendorf im Bezirk Hollabrunn sowie das Frauenbeschäftigungsprojekt LIMA in Marktl im Bezirk Lilienfeld. Insgesamt sind derzeit 38 ehemals langzeitarbeitslose Personen bei den drei Projekten beschäftigt, betreut von in Summe 25 Arbeitsanleiterinnen und Arbeitsanleitern beziehungsweise Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern.
Drei Projekte vor dem Auslaufen
Bei Eibetex und der Landschaftspflege Schmidatal handelt es sich um sozialökonomische Beschäftigungsprojekte. Ihr Ziel besteht darin, langzeitarbeitslose Personen vorübergehend zu beschäftigen und sie für den Wiedereinstieg in den regulären Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Beschäftigung in den Projekten war von vornherein zeitlich befristet angelegt.
Das AMS Niederösterreich begründet das Ende der Förderung mit einer Anpassung der Förderstruktur im Bundesland. Eine Sprecherin der Behörde erklärte dazu, es gehe nicht um vermutete finanzielle Einschnitte im Budget des AMS. Wörtlich sagte sie: „Das Geld ist kein Thema. Es geht vielmehr um ein neues Design des Angebots, das an die aktuellen Herausforderungen angepasst wird.“ Das AMS arbeitet nach eigenen Angaben aktuell mit Expertinnen und Experten an Alternativangeboten für die betroffenen Regionen.
Unterschiedliche Arbeitsmarktlage in den Bezirken
Das AMS verweist darauf, dass sich die Entwicklungen am Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen Niederösterreichs sehr unterschiedlich darstellen. Ende August lag die Arbeitslosenquote im Bezirk Zwettl bei 3,0 Prozent. In Wiener Neustadt ist die Quote hingegen um 0,2 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gestiegen. Auch beim Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtarbeitslosigkeit zeigen sich Unterschiede zwischen den Regionen: Im Waldviertel liegt dieser Anteil bei 10,6 Prozent, im Bezirk Neunkirchen bei 19,4 Prozent.
Sozialökonomische Betriebe als Übergangsstation
Sozialökonomische Beschäftigungsprojekte sind ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das sich gezielt an Menschen richtet, die längere Zeit ohne Beschäftigung waren. Grundsätzlich bieten solche Projekte befristete Arbeitsplätze mit fachlicher Anleitung und oft auch sozialarbeiterischer Begleitung. Die Beschäftigten übernehmen dabei reale Aufgaben, etwa in der Produktion, im handwerklichen Bereich oder in der Landschaftspflege, und sollen so wieder an einen geregelten Arbeitsalltag herangeführt werden.
Üblicherweise verfolgen solche Projekte einen doppelten Zweck: Zum einen entsteht ein konkretes Arbeitsergebnis, zum anderen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Qualifikationen und Erfahrungen sammeln, die ihnen den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern. Die Finanzierung solcher Angebote erfolgt in der Regel über Fördermittel des Arbeitsmarktservice, ergänzt durch Eigenerträge der Projektträger, etwa aus dem Verkauf hergestellter Produkte oder erbrachter Dienstleistungen.
Regionale Steuerung von Fördermitteln
Bei vergleichbaren Vorgängen richtet sich die Verteilung arbeitsmarktpolitischer Fördermittel häufig nach der jeweiligen regionalen Situation. Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit und geringem Anteil an Langzeitarbeitslosigkeit haben grundsätzlich einen geringeren Bedarf an intensiven Beschäftigungsprojekten als Regionen mit angespannterer Lage. Entscheidungen über die Fortführung, Anpassung oder Beendigung einzelner Angebote fallen in solchen Zusammenhängen häufig im Rahmen größerer struktureller Überlegungen, die mehrere Standorte gleichzeitig betreffen.
Hinweis zur Faktenprüfung
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