Das Ziviltechnikbüro IKW aus Amstetten erhält den VCÖ-Mobilitätspreis 2026 in Niederösterreich. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für seinen vollständig elektrifizierten Autofuhrpark, der allen Mitarbeitern zur Verfügung steht. Unter 48 eingereichten Projekten setzte sich IKW im Hauptpreis durch.
Der VCÖ-Mobilitätspreis wird vom Verkehrsclub Österreich gemeinsam mit dem Land Niederösterreich, den ÖBB und dem VOR vergeben. Das Motto der diesjährigen Auflage lautete „nachhaltig, effizient, innovativ“.
Elektrischer Fuhrpark und hoher Radanteil bei IKW
Der Fuhrpark von IKW umfasst 23 Fahrzeuge, die zur Gänze elektrifiziert sind. Fünf der Elektroautos stehen den Beschäftigten zusätzlich als Sharing-Fahrzeuge zur privaten Nutzung offen. Am Firmenparkplatz können die Mitarbeiter ihre Fahrzeuge gratis laden, dies gilt auch am Wochenende.
Neben dem Autofuhrpark spielt bei IKW auch der Radverkehr eine Rolle: 19 Beschäftigte sind mit dem Fahrrad unterwegs. Beim öffentlichen Verkehr verfügen 29 von insgesamt 50 Mitarbeitern über ein Klimaticket. Geschäftsführer von IKW ZT ist Wolfgang Voglauer.
Neben dem Hauptpreis für IKW wurden bei der Verleihung weitere Projekte ausgezeichnet. Prämiert wurde unter anderem das Kinder- und Jugendmobilitätskonzept der Gemeinde Wiener Neudorf im Bezirk Mödling. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Stadtbus Amstetten: Dort fahren seit Juli 2025 Elektrobusse anstelle der bisherigen Diesel-Busse. Die Elektrobusse werden mit regional produziertem Ökostrom betrieben. VCÖ-Sprecher Christian Gratzer und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) waren im Zusammenhang mit der Preisverleihung genannt.
Betriebliche Mobilität als Stellschraube für den Verkehrssektor
Der Verkehrssektor gilt in Österreich seit Jahren als eine der Branchen, in denen sich Emissionsreduktionen nur langsam umsetzen lassen. Betriebe nehmen dabei eine besondere Stellung ein, weil sie über Fuhrparks, Parkplatzregelungen und Anreizsysteme unmittelbaren Einfluss auf das Mobilitätsverhalten ihrer Beschäftigten nehmen können. Maßnahmen wie elektrifizierte Firmenflotten, kostenlose Lademöglichkeiten oder die Bezuschussung von Jahreskarten für den öffentlichen Verkehr zählen zu den gängigen Instrumenten, mit denen Unternehmen den Anteil klimafreundlicher Verkehrsmittel im Arbeitsalltag erhöhen wollen.
Sharing-Modelle, bei denen dienstlich genutzte Elektrofahrzeuge auch privat zur Verfügung stehen, sollen dabei zusätzlich die Hemmschwelle für die Anschaffung eines eigenen Verbrennerfahrzeugs senken. Gleichzeitig verringert eine gemeinsame Nutzung tendenziell die Zahl der insgesamt benötigten Fahrzeuge in einem Betrieb.
Auszeichnungen wie der VCÖ-Mobilitätspreis dienen in diesem Zusammenhang dazu, solche betrieblichen und kommunalen Konzepte sichtbar zu machen und als Orientierung für andere Unternehmen oder Gemeinden bereitzustellen. Der Preis wird in Niederösterreich regelmäßig in Zusammenarbeit zwischen Land, Verkehrsverbund und Bahnbetreiber vergeben und deckt dabei unterschiedliche Bereiche der Mobilität ab, von betrieblichen Fuhrparks über kommunale Nahverkehrsangebote bis zu Konzepten für einzelne Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche.
Elektrifizierung im öffentlichen Nahverkehr
Auch im öffentlichen Personennahverkehr setzen Kommunen zunehmend auf elektrisch betriebene Busse als Ersatz für Dieselfahrzeuge. Entscheidend für die Klimabilanz solcher Umstellungen ist dabei nicht allein der Fahrzeugantrieb, sondern auch die Herkunft des verwendeten Stroms. Wird dieser regional und aus erneuerbaren Quellen erzeugt, lässt sich der Betrieb der Busflotte weitgehend emissionsarm gestalten. Städte, die ihre Busflotten umstellen, verbinden damit häufig auch das Ziel, Lärm- und Schadstoffbelastung im innerstädtischen Verkehr zu reduzieren.







