In Niederösterreich waren im September 2026 insgesamt 56.613 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulung. Das entspricht einem Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Österreichweit zählte das AMS im selben Zeitraum 381.200 arbeitslos oder in Schulung gemeldete Personen, ein Plus von 6.000 Personen beziehungsweise 1,6 Prozent im Jahresvergleich.
Anstieg bei arbeitslosen Frauen und Männern in Niederösterreich
Laut AMS sind in Niederösterreich 46.163 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im Vergleich zum Vorjahres-September um 2.285 Personen, was einem Zuwachs von 11,3 Prozent entspricht. Bei den Männern erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 1.004 Personen oder 4,4 Prozent. Der Anstieg fiel damit bei den Frauen deutlich stärker aus als bei den Männern.
Trotz der steigenden Arbeitslosenzahlen wurden in Niederösterreich bis Ende September 59.996 freie Stellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt. Das ist ein Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gibt es derzeit rund 12.600 offene Stellen im Bundesland, ein Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum September 2025. Die Zahl der Lehrstellen sank um 2,3 Prozent auf 915. Die offenen Stellen gingen nach AMS-Angaben in nahezu allen Branchen zurück.
AMS-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern und Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) sind mit der Situation am niederösterreichischen Arbeitsmarkt befasst.
Zusammenspiel von offenen Stellen und Arbeitslosenzahlen
Grundsätzlich bilden die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen und die Zahl der offenen Stellen zwei Seiten derselben Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Steigt die Arbeitslosigkeit gleichzeitig mit einem Rückgang offener Stellen, deutet das in der Regel auf eine schwächere gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Arbeitskräften hin. Üblicherweise werden solche Daten vom AMS monatlich veröffentlicht und dienen Wirtschaftspolitik, Sozialpartnern und Unternehmen als Orientierung für arbeitsmarktpolitische Entscheidungen.
Bei der Vermittlung zwischen offenen Stellen und arbeitsuchenden Personen spielt das AMS als zentrale Institution eine koordinierende Rolle. Es erfasst gemeldete offene Stellen, berät Arbeitsuchende und bietet Qualifizierungsmaßnahmen an, um Qualifikationen von Arbeitsuchenden an die Anforderungen offener Stellen anzupassen. In der Praxis zeigt sich dabei häufig, dass Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nicht automatisch zusammenpassen, etwa wenn gesuchte Qualifikationen nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind oder sich Stellenprofile und Bewerberprofile regional oder branchenbezogen unterscheiden.
Unterschiede zwischen der Entwicklung bei Frauen und Männern am Arbeitsmarkt können verschiedene strukturelle Ursachen haben, etwa unterschiedliche Branchenschwerpunkte, Teilzeitquoten oder Betreuungspflichten. Allgemein gilt, dass sich konjunkturelle Schwankungen je nach Branche und Beschäftigungsform unterschiedlich stark auf einzelne Gruppen am Arbeitsmarkt auswirken können.
Auch der Rückgang bei den Lehrstellen fügt sich in ein größeres Bild: Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze in Betrieben hängt eng mit der wirtschaftlichen Auftragslage und den Investitionsentscheidungen von Unternehmen zusammen. Sinkt die Zahl offener Lehrstellen branchenübergreifend, wird dies in der Regel als Indiz für eine zurückhaltendere Personalplanung der Betriebe gewertet.







