Ardo schließt Werk in Groß-Enzersdorf: 240 Arbeitsplätze und 270 Bauern betroffen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Nach der Ankündigung des belgischen Konzerns Ardo, sein Werk in Groß-Enzersdorf im Jahr 2027 zu schließen, finden in dieser Woche Gespräche zwischen den betroffenen Stellen statt. Von der Schließung sind 190 Beschäftigte sowie 50 Leiharbeitskräfte betroffen. Für die Belegschaft soll ein Sozialplan ausgearbeitet werden.

Ardo kündigt Werksschließung an

Die Ardo-Gruppe hatte am Donnerstag mitgeteilt, den Standort in Groß-Enzersdorf im Bezirk Gänserndorf 2027 zu schließen. Die dortigen Anlagen sollen an andere bestehende Standorte des Unternehmens verlagert werden. Ein Sprecher von Ardo bestätigte auf Anfrage der APA, dass das Unternehmen grundsätzlich gesprächsbereit sei. Entsprechende Termine mit den relevanten Stakeholdern seien für diese Woche angesetzt.

Das Werk in Groß-Enzersdorf hat im Jahr 2025 die Erzeugnisse von rund 270 Bauern in Niederösterreich verarbeitet. Für Ardo produziert unter anderem die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die insgesamt 500 Mitgliedsbetriebe zählt.

Reaktionen aus Landwirtschaft und Gewerkschaften

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich teilte am Montag mit, dass die Gemüseproduktion im Marchfeld erhalten bleiben müsse. Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, äußerte sich zu der Situation. Auch ÖVP-Landesvize und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf befasste sich mit den Auswirkungen der geplanten Schließung.

Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE warnte vor den Folgen der Werksschließung. PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder äußerte sich dazu ebenso wie Markus Wieser, der sowohl Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich als auch des ÖGB Niederösterreich ist. Von Seiten der FPÖ Niederösterreich meldete sich Wirtschaftssprecher Dieter Dorner zu Wort.

Im selben Bezirk Gänserndorf war zuvor bereits die Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf geschlossen worden.

Bedeutung des Marchfelds für den Gemüseanbau

Das Marchfeld gilt als eine der bedeutendsten Anbauregionen für Gemüse in Österreich. Grundsätzlich hängt die regionale Wertschöpfungskette in solchen Anbaugebieten eng mit dem Vorhandensein verarbeitender Betriebe zusammen: Landwirtschaftliche Erzeugerbetriebe liefern ihre Ernte an Verarbeitungsstandorte, die das Gemüse etwa durch Tiefkühlung haltbar machen und für den Handel aufbereiten. Fällt ein zentraler Verarbeitungsstandort in einer Region weg, stehen die davon abhängigen landwirtschaftlichen Betriebe üblicherweise vor der Frage, ob und wie sie ihre Erzeugnisse künftig absetzen können, etwa durch längere Transportwege zu anderen Standorten oder durch eine Anpassung der Anbauplanung.

Bei größeren Werksschließungen in der Lebensmittelverarbeitung sind in der Regel mehrere Ebenen betroffen: die direkt Beschäftigten am Standort, häufig ergänzt durch Leiharbeitskräfte, sowie vor- und nachgelagerte Bereiche wie landwirtschaftliche Zulieferbetriebe und Erzeugerorganisationen, die die Produktion bündeln. Für die Beschäftigten werden bei Betriebsschließungen üblicherweise Sozialpläne verhandelt, in denen Fragen wie Abfindungen, Kündigungsfristen oder Unterstützungsangebote bei der weiteren beruflichen Orientierung geregelt werden. Solche Verhandlungen finden typischerweise zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaften statt.

Verlagerung von Produktionsstandorten

Wenn internationale Konzerne einzelne Werke schließen und deren Kapazitäten an andere bestehende Standorte verlagern, geschieht dies üblicherweise im Rahmen einer konzernweiten Neuausrichtung der Produktionsstruktur. Dabei werden Standorte nach Kriterien wie Auslastung, Modernisierungsbedarf oder Marktgröße bewertet. Für Regionen, die von einer solchen Verlagerung betroffen sind, bedeutet dies in der Regel, dass sich sowohl die Beschäftigungssituation vor Ort als auch die Absatzmöglichkeiten für regionale Zulieferbetriebe verändern können.