Das Hotel „magdas“ der Caritas in Wien-Leopoldstadt wird umfassend saniert und soll im Mai 2027 wieder eröffnet werden. Für das Gesamtprojekt sind 22 Millionen Euro budgetiert. Nach der Sanierung wird das Haus über 103 Zimmer, Seminarräume und Gastronomie verfügen.
Sanierung mit wiederverwerteten Materialien
Bei der Sanierung des Gebäudes in der Laufbergergasse werden Teile aus anderen Bauprojekten wiederverwertet. Dazu zählen Platten vom Song Contest aus der Wiener Stadthalle, aus denen ein Betthaupt sowie Möbel gestaltet wurden. Glasbausteine stammen aus der ehemaligen gewerblich-technischen Abendschule der Arbeiterkammer im vierten Bezirk, Terrazzo-Belege wurden vom Dach desselben Gebäudes übernommen. Parkettstäbe aus zwei unterschiedlichen Projekten kommen in den künftigen Veranstaltungsräumlichkeiten des Hotels zum Einsatz.
Zusätzlich wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Für die Heizung und Kühlung des Hotels ist ein Grundwasserprojekt vorgesehen, bei dem Wasser aus der Erde gepumpt wird.
Das Gebäude diente zuvor als Pensionistenheim und hatte bereits einmal als „magdas Hotel“ fungiert. Das Hotel integriert Menschen mit Fluchthintergrund.
Bauteile aus zweiter Hand im Blick der Baubranche
Die Wiederverwendung von Bauteilen aus abgerissenen oder umgebauten Gebäuden gewinnt in der Baubranche zunehmend an Bedeutung. Grundsätzlich lassen sich dabei etwa Böden, Fassadenelemente, Fenster, Glasbausteine oder Möbelstücke aus einem Projekt in ein anderes überführen, sofern sie in ausreichendem Zustand erhalten sind. Für Bauherren kann dies sowohl ökologische als auch gestalterische Vorteile bieten, da Materialien mit einer eigenen Geschichte in neue Nutzungszusammenhänge gebracht werden.
Üblicherweise erfordert ein solches Vorgehen eine sorgfältige Planung, da wiederverwertete Bauteile in Maß, Statik und Materialbeschaffenheit auf die neuen Einsatzorte abgestimmt werden müssen. Häufig arbeiten Bauprojektmanagement und spezialisierte Unternehmen dafür eng zusammen, um passende Bauteile zu identifizieren und für die neue Verwendung aufzubereiten.
Photovoltaik und Grundwassernutzung als Energiebausteine
Auch die Kombination aus Photovoltaikanlagen und Grundwassernutzung zur Heizung und Kühlung ist ein Ansatz, der bei energetischen Sanierungen zunehmend eingesetzt wird. Grundwasser besitzt über das Jahr hinweg eine relativ konstante Temperatur, die sich technisch sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen von Gebäuden nutzen lässt. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kann ein Teil des benötigten Stroms direkt am Gebäude erzeugt werden. Solche Systeme werden bei Sanierungsprojekten häufig eingeplant, um den Energiebedarf von Bestandsgebäuden zu senken.








