Dürre-Sommer lässt Zuckerrübenernte in Oberösterreich um 30 Prozent einbrechen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Oberösterreich beginnt im Oktober die Zuckerrübenernte. Landwirte rechnen wegen der anhaltenden Trockenheit im Sommer mit deutlich geringeren Erträgen als in den Vorjahren. Nach Angaben von Bauern aus der Branche liegt das Ertragsminus in Oberösterreich bei rund 30 Prozent. Auch in Niederösterreich wird mit schwachen Erträgen gerechnet.

Trockener Sommer setzt Rübenbauern zu

Teddy Steinmayr, Landwirt aus Wolfern im Bezirk Steyr-Land, beschreibt die Wetterlage der vergangenen Monate als Hauptursache für die schwache Ernte: „Im heurigen Jahr hat es in der Hauptvegetationszeit im Sommer fast nicht geregnet.“ Die Folge sei ein deutlicher Rückgang der Erntemenge. „Wir rechnen in Oberösterreich mit circa 30 Prozent weniger“, so Steinmayr.

Zu den ausbleibenden Niederschlägen kommen laut den Landwirten stark gestiegene Produktionskosten. Steinmayr verweist insbesondere auf die Ausgaben für Düngemittel: „Die Düngemittelkosten haben sich in den letzten Jahren verdoppelt.“ Diese Kostenentwicklung treffe vor allem kleinere Betriebe hart. „Viele haben kleine Kontingente. Bei drei oder vier Hektar sagen dann viele, dass es sich nicht mehr auszahlt“, sagt Steinmayr. Nach Angaben von Branchenvertretern können viele Betriebe in diesem Jahr nicht kostendeckend wirtschaften.

Steinmayr weist zudem auf die begrenzte Verarbeitungsstruktur in Österreich hin: „Wir haben in Österreich nur eine Fabrik.“ Um die Bewirtschaftung für die Betriebe zu erleichtern, unterstützt das Land Oberösterreich den Ankauf von Vollerntemaschinen für den Zuckerrübenanbau.

Martin Bäck, Sprecher der oberösterreichischen Rübenbauern, ordnet die Bedeutung der sommerlichen Trockenheit für die Pflanze ein: „Die Rübe hat zwischen Mitte Juni und Mitte September den höchsten Wasserbedarf.“ Nach seinen Angaben wird Oberösterreich heuer erstmals mehr als ein Drittel der heimischen Zuckerrübenproduktion stellen. Bäck verweist außerdem darauf, dass der Rübenanbau auf Standorten mit geringer Wasserhaltefähigkeit zurückgegangen ist. Der Anbau konzentriere sich zunehmend auf tiefgründige Böden, die Wasser besser speichern können.

Wasserbedarf und Bodenbeschaffenheit als Schlüsselfaktoren

Der Zuckerrübenanbau gilt allgemein als besonders wasserintensiv, vor allem in der Phase des stärksten Wachstums im Hoch- und Spätsommer. Bleiben in dieser Zeit Niederschläge aus, wirkt sich das unmittelbar auf die Größe und den Zuckergehalt der Rüben aus. Grundsätzlich spielt dabei auch die Beschaffenheit des Bodens eine wesentliche Rolle: Tiefgründige Böden können Wasser über längere Zeiträume speichern und Trockenphasen besser abpuffern als flachgründige oder sandige Standorte. Aus diesem Grund verschieben sich Anbauflächen in der Landwirtschaft bei anhaltend trockenen Sommern häufig hin zu Standorten mit besserer Wasserhaltefähigkeit, während weniger geeignete Flächen aus der Nutzung für wasserintensive Kulturen wie Zuckerrüben herausfallen.

Auch die Kostenstruktur landwirtschaftlicher Betriebe unterliegt allgemein größeren Schwankungen, insbesondere bei Betriebsmitteln wie Düngemitteln, die stark von globalen Rohstoff- und Energiepreisen abhängen. Steigen diese Kosten deutlich, verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit einzelner Kulturen, vor allem bei kleineren Anbauflächen, auf denen sich Fixkosten weniger stark verteilen lassen. Investitionen in effizientere Technik, etwa in Erntemaschinen, sollen solche Betriebe üblicherweise dabei unterstützen, Arbeitsaufwand und Kosten je bewirtschafteter Fläche zu senken.

Die Verarbeitung von Zuckerrüben ist in Österreich zudem an eine vergleichsweise kleine industrielle Struktur gebunden. Bei einer begrenzten Zahl an Verarbeitungsstandorten hängt die gesamte Wertschöpfungskette stärker von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit einzelner Anlagen ab als in Regionen mit mehreren Verarbeitungsbetrieben. Schwankungen bei Anbaumenge und Ertrag wirken sich in einem solchen System unmittelbarer auf die gesamte Branche aus.

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