Dürre verursacht Milliardenschäden in Österreichs Landwirtschaft – Experten warnen vor Klimaflation

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die anhaltende Dürre hat in Österreich nach Angaben der Hagelversicherung bereits Schäden in Höhe von einer Milliarde Euro verursacht. Besonders betroffen sind laut Hagelversicherung Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja. Kurt Weinberger, Chef der Hagelversicherung, bezeichnet die aktuelle Trockenheit als historisch.

Ernteeinbußen quer durch die Landwirtschaft

Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich sagt, die gesamte Landwirtschaft sei von der Dürre betroffen. Besonders deutlich zeigt sich das Ausmaß beim Verarbeitungsgemüse im Eferdinger Becken. Bei Kraut, Roten Rüben und Sellerie drohen dort Ernteeinbußen von weit mehr als 50 Prozent.

Auch die Fischerei bekommt die Trockenheit zu spüren. Landesfischermeister Gerhard Sandmayr erklärt, dass Fische dort, wo es noch möglich ist, in größere Gewässer umgesetzt werden. Kleine Fischereibetriebe stehen laut Sandmayr vor riesigen Problemen. Wenn Brunnen austrocknen, müssen sie teilweise ihre Stückzahl minimieren.

Höhere Preise durch Hitze und Trockenheit

Im Handel wird inzwischen von einer sogenannten Klimaflation gesprochen, einem Kostenplus durch extreme Hitze. Lebensmittel verteuern sich durch schlechte Ernten. Auch die Strompreise steigen, weil einerseits mehr Klimaanlagen betrieben werden und andererseits die Wasserkraft weniger Energie liefert. Zusätzlich werden die Transportkosten höher, da Flüsse zu wenig Wasser führen.

Christoph Teller vom Institut für Handel, Absatz und Marketing der JKU Linz beschreibt zudem eine Veränderung im Konsumverhalten bei Hitze. Demnach greifen Menschen bei hohen Temperaturen eher zu kälteren Speisen und zu Produkten, die weniger satt machen.

Wasserknappheit als wiederkehrende Herausforderung

Grundsätzlich hängt der Wasserbedarf in der Landwirtschaft stark von Bodenbeschaffenheit, Pflanzenart und Wachstumsphase ab. Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben benötigen in bestimmten Entwicklungsstadien besonders viel Feuchtigkeit, um Ertragseinbußen zu vermeiden. Bleibt Niederschlag über längere Zeit aus, sinken die Wasserstände in Böden, Brunnen und kleineren Gewässern gleichzeitig, was regional zu spürbaren Engpässen führen kann.

Auch in der Fischerei ist ausreichend Wasserstand eine grundlegende Voraussetzung für den Betrieb von Teichen und Zuchtanlagen. Sinkt der Wasserspiegel deutlich, steigt die Wassertemperatur schneller an, was die Sauerstoffversorgung in Gewässern verschlechtern kann. Kleinere Betriebe mit begrenzten Wasserreserven sind von solchen Entwicklungen üblicherweise stärker betroffen als größere Anlagen mit Zugang zu ausgedehnteren Gewässern.

Bei der Wasserkraft wirkt sich ein niedriger Pegelstand von Flüssen unmittelbar auf die Stromerzeugung aus, da die verfügbare Wassermenge einen zentralen Faktor für die Leistung von Kraftwerken darstellt. Gleichzeitig steigt in heißen Phasen häufig der Stromverbrauch durch Kühlgeräte und Klimaanlagen, sodass Angebot und Nachfrage in solchen Zeiten gegensätzlich verlaufen können. Auch der Schiffstransport auf Flüssen ist von ausreichenden Wasserständen abhängig, da geringere Pegel die maximal transportierbare Ladung begrenzen und dadurch die Kosten pro Transport erhöhen können.

Im Lebensmittelhandel führen schlechte Ernten grundsätzlich zu geringeren verfügbaren Mengen bei betroffenen Produkten. Das kann sich in der Folge auf die Preisgestaltung auswirken, da Angebot und Nachfrage bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen eng miteinander verknüpft sind. Verändertes Konsumverhalten bei Hitze, etwa eine stärkere Nachfrage nach kühleren oder leichteren Produkten, kann zusätzlich Einfluss auf einzelne Marktsegmente nehmen.