Energie Steiermark plant Kapitalerhöhung für 5,8-Milliarden-Investitionsprogramm

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Energie Steiermark plant eine Kapitalerhöhung von 25 Prozent. Neue Aktien sollen an einen Wachstumspartner aus dem Banken- oder Versicherungssektor ausgegeben werden, mit dem eine langfristige Partnerschaft bis mindestens 2035 vorgesehen ist. Das Land Steiermark soll dabei trotz der Ausgabe neuer Anteile Mehrheitseigentümer des Unternehmens bleiben.

Hintergrund der Kapitalerhöhung ist ein umfangreiches Investitionsprogramm: Zwischen 2025 und 2035 will die Energie Steiermark 5,8 Milliarden Euro investieren, unter anderem in Netzausbau, Strom- und Wärmeerzeugung, Speicherausbau und Wasserstoff. Aufträge in Höhe von drei Milliarden Euro sollen dabei an Unternehmen aus der Region vergeben werden.

Zeitplan für die Neustrukturierung

Das Unternehmen informierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter bei einem Hintergrundgespräch am Montag über die Pläne. Bis Ende 2026 soll der Prozess strukturiert werden, im dritten Quartal 2027 soll die Neustrukturierung abgeschlossen sein. Energie Steiermark-Vorstand Martin Graf erklärte, das Unternehmen habe im Vorfeld einen intensiven Diskurs mit dem Eigentümer geführt.

Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) nannte stabile Netze, leistbaren Strom und leistbare Energiepreise als Ziele der geplanten Maßnahme. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) betonte die Notwendigkeit erneuerbarer Energie. Laut den Verantwortlichen soll das Landesbudget durch die Kapitalerhöhung nicht zusätzlich belastet werden.

Die Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl forderte im Zusammenhang mit den Plänen einen Turbo beim Ausbau der Erneuerbaren. Die SPÖ äußerte sich kritisch und bezeichnete die Maßnahme als Ausverkauf von öffentlichem Eigentum.

Rückkauf der Anteile im Jahr 2023

Das Land Steiermark ist seit 2023 wieder zur Gänze Eigentümer der Energie Steiermark. In jenem Jahr bezahlte das Land mehr als 500 Millionen Euro, um Unternehmensanteile von einem australischen Investor zurückzuholen. Die nun geplante Kapitalerhöhung würde nach diesem vollständigen Rückkauf erneut zu einer Veränderung der Eigentumsstruktur führen, wobei die Mehrheit laut den vorliegenden Angaben beim Land verbleiben soll.

Kapitalerhöhungen als Instrument der Unternehmensfinanzierung

Grundsätzlich dient eine Kapitalerhöhung dazu, einem Unternehmen zusätzliches Eigenkapital zuzuführen, etwa um größere Investitionsvorhaben zu finanzieren, ohne die Verschuldung in gleichem Maß zu erhöhen. Bei börsennotierten wie auch bei nicht börsennotierten Unternehmen können dabei neue Aktien oder Anteile ausgegeben werden, die von bestehenden oder neuen Anteilseignern übernommen werden. Im Energiesektor sind solche Schritte insbesondere dann üblich, wenn umfangreiche Investitionen in Infrastruktur wie Stromnetze, Erzeugungsanlagen oder Speichertechnologien anstehen.

Landesenergieversorger in Österreich befinden sich üblicherweise mehrheitlich oder vollständig im Eigentum der jeweiligen Bundesländer. Diese Eigentümerstruktur soll in der Regel den Einfluss der öffentlichen Hand auf strategische Entscheidungen, etwa zu Versorgungssicherheit und Preisgestaltung, sicherstellen. Werden im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Anteile an private Investoren ausgegeben, bleibt die Frage der Mehrheitsverhältnisse regelmäßig ein zentraler politischer Diskussionspunkt, da sie über den Grad des staatlichen Einflusses auf das Unternehmen entscheidet.

Der Ausbau von Stromnetzen, Erzeugungskapazitäten und Speichertechnologien gilt als eine der zentralen Voraussetzungen für die Umstellung auf erneuerbare Energieträger. Investitionen in diesem Bereich erfordern üblicherweise erhebliche finanzielle Mittel über längere Zeiträume, weshalb Energieversorger regelmäßig auf verschiedene Finanzierungsinstrumente zurückgreifen, darunter Fremdkapital durch Kredite und Anleihen sowie Eigenkapital durch neue Anteilseigner oder Gewinnrücklagen. Auch der Bereich Wasserstoff, der in den Investitionsplänen der Energie Steiermark eine Rolle spielt, gilt allgemein als aufwendiges und kapitalintensives Zukunftsfeld der Energiewirtschaft.