Nach einem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer 2026 melden Landwirte in Oberösterreich zunehmend Schäden durch Engerlinge auf ihren Grünflächen. Bei der Landwirtschaftskammer Oberösterreich sind bereits erste Schadensmeldungen eingegangen. Betroffen sind Flächen im Innviertel, im Salzkammergut sowie im Zentralraum des Bundeslandes.
Trockenheit begünstigt Ausbreitung der Larven
Die Dürreschäden im Grünland haben die Ausbreitung der Engerlinge begünstigt. Stark belastete Grünflächen bieten den Larven bessere Bedingungen, um sich festzusetzen und auszubreiten. Engerlinge sind dickliche, weiß-gelbe Käferlarven, die sich von der Grasnarbe ernähren. Fressen sie sich durch die Wurzelschicht, kann dies dazu führen, dass betroffene Wiesen vollständig kahl werden.
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich warnt vor weitreichenden Folgen für die betroffenen Betriebe. Landwirte sind im Herbst gefordert, ihre Grünflächen zu pflegen, um die Schäden einzudämmen. Wie groß das Engerlingproblem in diesem Jahr letztlich wird, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Dreijähriger Entwicklungszyklus von Mai- und Junikäfer
Mai- und Junikäfer, aus deren Eiern die Engerlinge schlüpfen, entwickeln sich üblicherweise in einem dreijährigen Zyklus. Nach dem Schlüpfen leben die Larven zunächst mehrere Jahre im Boden, bevor sie sich zum ausgewachsenen Käfer entwickeln. In einem sogenannten Flugjahr schlüpfen die Käfer dann massenhaft aus der Erde, um sich zu paaren und neue Eier abzulegen. Für Mai- und Junikäfer ist das Jahr 2027 als Flugjahr eingestuft.
Dieser Rhythmus erklärt, warum sich Engerlingpopulationen in bestimmten Jahren stärker bemerkbar machen als in anderen. Grundsätzlich verstärkt sich der Fraßdruck auf Wiesen und Weiden in den Jahren vor einem Flugjahr, da die Larven in dieser Phase besonders aktiv Wurzelmasse und Grasnarbe abbauen, um ihre Entwicklung abzuschließen. Für die Landwirtschaft bedeutet dies, dass geschädigte Flächen über mehrere Jahre hinweg im Blick behalten werden müssen, auch wenn ein akuter Befall zunächst nur lokal auftritt.
Pflege geschädigter Grünflächen
Bei vergleichbaren Schädlingsproblemen im Grünland gilt die Pflege der Grasnarbe im Herbst allgemein als wichtiger Ansatzpunkt, um die Widerstandsfähigkeit der Flächen zu stärken. Eine dichte, gut durchwurzelte Grasnarbe erschwert es Larven grundsätzlich, sich in größerer Zahl festzusetzen, während bereits geschwächte oder ausgedünnte Bestände anfälliger für weiteren Befall sind. Die Trockenheit des Sommers 2026 hat diese Ausgangslage auf vielen Flächen in Oberösterreich zusätzlich verschärft.







