Erdäpfelernte in Österreich bricht um die Hälfte ein – Dürre und Schädlinge verursachen massive Ausfälle

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Österreichs Erdäpfelbauern verzeichnen heuer massive Ernteeinbußen. Laut Statistik Austria werden 2026 voraussichtlich rund 468.000 Tonnen Erdäpfel geerntet – nur etwa die Hälfte der Menge des Vorjahres, als eine Rekordernte eingefahren wurde. Auch im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr wie 2024, in dem die Landwirtschaftskammer rund 700.000 Tonnen auswies, entspricht die heurige Prognose nur etwa zwei Dritteln der üblichen Erntemenge.

Dürre und Schädlinge setzen Betrieben im Weinviertel zu

Die Auswirkungen zeigen sich deutlich bei der Familie Stummer, die im Weinviertel auf 20 Hektar Erdäpfel anbaut. Bei einem Pressetermin am Freitag in Niederfellabrunn im Bezirk Korneuburg gab Mathias Stummer an, dass die Erträge heuer zwischen sechs und 15 Tonnen pro Hektar liegen. Normalerweise sollten es laut Stummer rund 25 Tonnen pro Hektar sein. Als Ursache nannte er Schwierigkeiten der Pflanze mit der Trockenheit.

Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, erklärte, die extreme Hitze über Juni und Juli habe das Erdapfelkraut schnell absterben lassen. Ist das Kraut einmal abgestorben, gebe es kein weiteres Wachstum der Knollen mehr, so Mayr. Zusätzlich zur Trockenheit nannte er den Drahtwurm als Schadfaktor: Der Schädling sei heuer mit einem hohen Prozentgrad schädigend an der Knolle unterwegs gewesen. Mayr forderte eine langfristige Strategie für die Wasserversorgung, die von einzelbetrieblichen bis zu überregionalen Lösungen reichen müsse.

Kleinere Knollen, gesicherter Geschmack

Michael Bachl, Obmann der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau, bestätigte die schwierige Lage. Die Erdäpfel seien heuer optisch kleiner und teils ungewöhnlich geformt, erklärte er. Beim Geschmack werde es jedoch keinen Unterschied geben. Für die kommenden Monate sei gesichert, dass ausschließlich heimische Erdäpfel verfügbar sind. Bachl forderte zudem, dass importierte Ware keinen höheren Erzeugerpreis haben dürfe als heimische Produkte. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Importe notwendig werden, ist derzeit noch offen. Rund um Weihnachten soll laut Bachl neu evaluiert werden, wie sich die Versorgungslage entwickelt.

Wetterextreme als Belastung für den Ackerbau

Erdäpfel gelten grundsätzlich als vergleichsweise wasserbedürftige Kulturpflanze, deren Ertrag maßgeblich von einer ausreichenden und gleichmäßigen Wasserversorgung während der Wachstumsphase abhängt. Bleibt Niederschlag in den entscheidenden Sommermonaten aus oder steigen die Temperaturen über längere Zeit stark an, kann das Kraut der Pflanze vorzeitig absterben. Da sich die Knollen ausschließlich während der aktiven Wachstumsphase des Krauts vergrößern, führt ein verfrühtes Absterben unmittelbar zu geringeren Erträgen und kleineren Knollen.

Auch Schädlinge wie der Drahtwurm, die Larve bestimmter Käferarten, treten bei trockenen und warmen Bedingungen mitunter verstärkt auf und können die Knollen direkt schädigen, was sich zusätzlich auf Menge und Qualität der Ernte auswirkt. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies in Trockenjahren häufig die Notwendigkeit einer künstlichen Bewässerung, die jedoch mit zusätzlichem technischem und finanziellem Aufwand verbunden ist und je nach Region unterschiedlich gut umsetzbar ist. Überregionale Bewässerungslösungen oder eine verbesserte Wasserspeicherung gelten in der Agrarpolitik vielerorts als langfristige Ansätze, um einzelne Betriebe bei wiederkehrenden Trockenperioden zu entlasten.

Die Versorgung des heimischen Marktes mit Erdäpfeln hängt zudem von Lagerfähigkeit und Haltbarkeit der Knollen ab. Üblicherweise werden Erdäpfel nach der Ernte über mehrere Monate eingelagert, um eine kontinuierliche Versorgung bis zur nächsten Saison zu gewährleisten. Fällt die Erntemenge deutlich geringer aus, kann sich die Frage stellen, ob die eingelagerten Bestände bis zur nächsten Ernte ausreichen oder ob zusätzliche Mengen aus anderen Ländern benötigt werden. Wie groß ein möglicher Importbedarf im konkreten Fall tatsächlich ausfallen wird, lässt sich nach Angaben der Branche erst im Laufe des Winters genauer abschätzen.