Hitze treibt Kunden in Einkaufszentren – Innenstädte verlieren an Frequenz

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Österreichs Einkaufszentren verzeichnen in diesem Sommer mehr Besucherinnen und Besucher als im Vorjahr. Grund dafür ist die Hitze, die viele Menschen in klimatisierte Räume treibt. Gleichzeitig ist in den Einkaufsstraßen der Innenstädte deutlich weniger los. Der Handelsverband spricht sich angesichts dieser Entwicklung für klimagerechte Innenstädte aus.

Mehr Andrang in Wiens großen Einkaufszentren

Die Shopping City Süd (SCS) gilt als Österreichs größtes Einkaufszentrum, das Donau Zentrum als größtes Shoppingcenter Wiens. Beide Standorte gehören dem französischen Konzern Unibail-Rodamco-Westfield (URW) und verzeichnen aufgrund der hohen Temperaturen aktuell mehr Besucher.

Paul Douay, der das Zentraleuropa-Geschäft von Unibail-Rodamco-Westfield leitet, bestätigt diesen Trend. Ihm zufolge weisen die Westfield Shopping City Süd und das Westfield Donau Zentrum an besonders heißen Tagen eine höhere Besucherfrequenz auf. Als Erklärung nennt Douay, dass Menschen bei hohen Temperaturen verstärkt klimatisierte Orte aufsuchen.

Ein gegenläufiges Bild zeigt sich in den Einkaufsstraßen der Innenstädte. Aus Händlerkreisen heißt es, dass der stationäre Handel dort während Hitzewellen unter Frequenzmangel und Umsatzrückgängen leidet. Konkrete Zahlen zu diesen Effekten wurden nicht genannt.

Forderung nach klimagerechten Innenstädten

Der Handelsverband reagiert auf diese Entwicklung mit der Forderung nach klimagerechten Innenstädten. Geschäftsführer Rainer Will spricht sich für gezielte Förderprogramme aus und plädiert dafür, Anrainer sowie lokale Wirtschaftstreibende frühzeitig in entsprechende Planungen einzubinden.

Der Handelsverband verweist darauf, dass Hitzewellen nachweislich zu deutlich sinkenden Besucherzahlen in Stadt- und Ortskernen führen. Als mögliche Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität nennt der Verband begrünte Flächen, schattenspendende Bäume, Trinkbrunnen, Wasserangebote, Sitzgelegenheiten und öffentliche Toiletten.

Klimaanpassung als Standortfaktor im Handel

Die Attraktivität von Einkaufsorten hängt bei sommerlichen Temperaturen zunehmend von klimatischen Bedingungen vor Ort ab. Geschlossene Einkaufszentren verfügen über durchgängige Klimatisierung und bieten damit unabhängig von der Außentemperatur ein konstantes Raumklima. Offene Einkaufsstraßen sind dagegen stärker der Witterung ausgesetzt, insbesondere wenn Beschattung, Begrünung oder Kühlungsmöglichkeiten fehlen.

In der Stadtplanung wird in diesem Zusammenhang häufig von Aufenthaltsqualität gesprochen. Damit ist gemeint, wie einladend und komfortabel sich ein öffentlicher Raum für Menschen darstellt, die sich dort länger aufhalten, etwa um einzukaufen oder zu verweilen. Faktoren wie Schatten, Sitzmöglichkeiten, Grünflächen und Zugang zu Trinkwasser gelten grundsätzlich als wesentliche Elemente, um Straßen und Plätze auch bei hohen Temperaturen nutzbar zu halten.

Für den stationären Handel abseits von Einkaufszentren ist die Aufenthaltsqualität in unmittelbarer Umgebung von wirtschaftlicher Bedeutung, da sie beeinflusst, wie lange und wie häufig Menschen bestimmte Bereiche einer Stadt besuchen. Maßnahmen zur Klimaanpassung im öffentlichen Raum werden daher in vielen Städten nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten diskutiert. Förderprogramme, wie sie der Handelsverband anspricht, zielen üblicherweise darauf ab, Investitionen in Begrünung, Beschattung oder Wasserinfrastruktur zu erleichtern und dabei verschiedene lokale Akteure einzubeziehen.