Kärnten liegt beim Glasfaser-Versorgungsgrad im Bundesländervergleich auf Rang sieben. Laut Zahlen der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) sind derzeit 24 Prozent aller Haushalte im Bundesland an das Glasfasernetz angeschlossen. Der österreichweite Durchschnitt liegt bei knapp 40 Prozent. Die Breitbandinitiative Kärnten (BIK), eine Tochtergesellschaft des Landes, treibt den Ausbau derzeit in 40 Gemeinden voran.
Ausbau in mehreren Kärntner Regionen
Die Arbeiten der BIK konzentrieren sich aktuell auf Gemeinden im Lavant- und Gurktal, in Südkärnten sowie im Lieser- und Maltatal. In den Regionen Görtschitztal, Gailtal und Lavamünd sind die Ausbauarbeiten bereits abgeschlossen. Geschäftsführer Peter Schark erklärte, dass bis Ende kommenden Jahres gemeinsam mit privaten Partnern insgesamt 71.000 Nutzungseinheiten errichtet werden oder sich derzeit noch im Bau befinden.
Nicht Teil des kommenden Ausbaus sind Gemeinden der Region Saualpe entlang der Koralmbahn. Für diese Gebiete liegen im Rahmen des aktuellen Ausbauprogramms keine weiteren Angaben vor.
Investitionen und Förderkürzung des Bundes
In den Breitbandausbau in Kärnten sind bislang knapp 300 Millionen Euro von privater und öffentlicher Seite geflossen. Gleichzeitig hat der Bund seine Förderung für den Ausbau von 50 auf 30 Millionen Euro reduziert. Zu den konkreten Auswirkungen dieser Kürzung auf einzelne Projekte oder Zeitpläne liegen keine weiteren bestätigten Angaben vor.
Fördersystematik beim Breitbandausbau
Der Ausbau von Glasfasernetzen wird in Österreich grundsätzlich durch ein Zusammenspiel von Bund, Ländern und privaten Telekommunikationsunternehmen finanziert. Insbesondere in ländlichen und dünn besiedelten Regionen gilt der reine marktwirtschaftliche Ausbau häufig als wirtschaftlich schwierig, da die Kosten für die Verlegung von Glasfaserkabeln pro Haushalt deutlich höher liegen als in dicht besiedelten Gebieten. Aus diesem Grund unterstützen Förderprogramme des Bundes und der Länder gezielt jene Regionen, in denen ein rein privatwirtschaftlicher Ausbau als unrentabel gilt.
Landesgesellschaften wie die Breitbandinitiative Kärnten übernehmen dabei üblicherweise eine koordinierende Funktion. Sie bündeln Fördermittel, stimmen den Ausbau mit Gemeinden ab und kooperieren mit privaten Netzbetreibern, die häufig den technischen Betrieb und die Vermarktung der Anschlüsse übernehmen. Diese Struktur soll sicherstellen, dass auch Regionen abseits größerer Ballungszentren an das Glasfasernetz angebunden werden.
Der bundesweite Versorgungsgrad mit Glasfaser wird regelmäßig von der RTR erhoben und dient als Grundlage für den Vergleich zwischen den Bundesländern. Unterschiede im Versorgungsgrad ergeben sich dabei grundsätzlich aus einer Vielzahl von Faktoren, etwa der Siedlungsstruktur, der Topografie sowie dem zeitlichen Beginn und dem Umfang bisheriger Ausbauprogramme in den jeweiligen Regionen.





