Am Flughafen Klagenfurt entsteht derzeit ein eigener Terminal für Passagiere von Privatjets. Der sogenannte Wörthersee Terminal soll in wenigen Wochen fertiggestellt sein. Die Umbaukosten liegen bei 1,5 Millionen Euro. Jährlich zählt der Flughafen rund 5.000 Passagiere, die mit Privatjets landen oder abfliegen.
Eigener Bereich für Privatjet-Reisende
Der neue Terminal verfügt über einen eigenen Check-in-Bereich sowie eigene Lounge-Flächen, die ausschließlich für Privatjet-Passagiere vorgesehen sind. Damit entsteht am Flughafen Klagenfurt erstmals eine baulich getrennte Abfertigung für diesen Kundenkreis.
Im ersten Stock des Gebäudes werden zusätzlich Büroflächen errichtet. Diese sollen ab November 2026 verfügbar sein. Über die geplante Nutzung der Büros liegen keine weiteren Angaben vor.
Verpachtung von Flughafenflächen für Hangar-Neubau
Parallel zum Terminalbau schreitet die Verpachtung von Grundstücken auf dem Flughafengelände voran. Ein erstes Grundstück ist bereits verpachtet, dort soll ein privater Hangar entstehen. Insgesamt sollen 42 Hektar Flughafenfläche verpachtet werden. Geschäftsführer Maximilian Wildt leitet den Airport Klagenfurt.
Für das Jahr 2026 rechnet der Flughafen Klagenfurt mit insgesamt 175.000 Passagieren. Zum Vergleich werden für die Flughäfen Laibach und Triest im selben Jahr jeweils 1,7 Millionen Passagiere erwartet. Seit der Inbetriebnahme der Koralmbahn checken laut Flughafen zudem mehr Reisende aus der Steiermark in Klagenfurt ein als zuvor.
Flugabgabe als Kostenfaktor für Airlines und Passagiere
In Österreich wird auf Flugtickets grundsätzlich eine Flugabgabe erhoben. Sie beträgt regulär 12 Euro pro Passagier. Für Inlandsflüge liegt der Satz mit 30 Euro deutlich höher. Diese Abgabe fließt in die Kalkulation von Ticketpreisen ein und wird von Fluggesellschaften an die Reisenden weitergegeben.
Grundsätzlich zählen Flugabgaben zu jenen staatlichen Instrumenten, mit denen der Luftverkehr fiskalisch erfasst wird. Sie unterscheiden sich je nach Zielgebiet und Streckenlänge und wirken sich unmittelbar auf die Kostenstruktur von Airlines aus, die Strecken ab österreichischen Flughäfen anbieten. Bei innerösterreichischen Verbindungen fällt die Abgabe im Verhältnis zur meist kürzeren Flugstrecke besonders stark ins Gewicht.
Regionalflughäfen im Wettbewerb mit größeren Standorten
Kleinere Regionalflughäfen wie jener in Klagenfurt stehen im Alpen-Adria-Raum im Wettbewerb mit deutlich größeren Standorten. Laibach und Triest weisen mit jeweils 1,7 Millionen erwarteten Passagieren im Jahr 2026 ein Vielfaches des für Klagenfurt prognostizierten Aufkommens auf. Für Regionalflughäfen in dieser Größenordnung sind zusätzliche Erlösquellen jenseits des klassischen Linienverkehrs, etwa durch Privatjet-Abfertigung, Vermietung von Flächen oder Büronutzung, ein üblicher Bestandteil der wirtschaftlichen Ausrichtung.





