KPMG-Gutachten bewertet Flughafen Linz mit geringem Liquidationswert
Die Stadt Linz hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einem Gutachten zur Bewertung des Flughafens Linz beauftragt. Laut einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten liegt der Liquidationswert des Flughafens bei zwei bis vier Millionen Euro. Eine Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren ergibt demnach einen negativen Wert.
Das Gutachten soll seit Anfang der Woche vorliegen. Der Flughafen gehört derzeit je zur Hälfte der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich. Das Land verfügt über ein Vorkaufsrecht für den städtischen Flughafenanteil.
Hoher Finanzbedarf erwartet
Im Vorjahr leisteten Stadt und Land einen gemeinsamen Gesellschafterzuschuss von acht Millionen Euro. Für die Verbindung Linz-Frankfurt stellt das Land Oberösterreich in den kommenden vier Jahren bis zu 36 Millionen Euro als Anschubfinanzierung bereit. Der Landesrechnungshof geht in einem Prüfbericht davon aus, dass der Flughafen bis 2035 zwischen 27,6 und 45 Millionen Euro zusätzlich benötigen wird.
In dieser Prognose noch nicht eingerechnet sind die Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sowie Ausgaben für eine Pistensanierung. Auch drohende Schadenersatzklagen wegen verunreinigter Brunnen sind nicht Bestandteil der Berechnung.
Volkswirtschaftliche Wertschöpfung und Kaufangebot
Demgegenüber steht eine Studie des Volkswirtschafters Teodoro Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz, erstellt im Auftrag des Landes. Sie beziffert die volkswirtschaftliche Wertschöpfung des Flughafens mit 128,5 Millionen Euro jährlich.
Eine Unternehmergruppe hatte der Stadt Linz ein Kaufangebot in Höhe von einer Million Euro unterbreitet. Dieses Angebot ist mit Ende Juni ausgelaufen. Im Jahr 2027 finden in Oberösterreich sowohl Landtags- als auch Kommunalwahlen statt.








