Lehrlinge führen Post-Filiale in Klagenfurt selbstständig während massivem Umbau des Filialnetzes

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Acht Lehrlinge der Österreichischen Post übernehmen diese Woche eigenständig die Leitung einer Postfiliale am Hauptbahnhof Klagenfurt. Zu ihnen gehört Julia Schober, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen den laufenden Betrieb ohne Aufsicht durch fest angestelltes Personal führt. Die Aktion findet vor dem Hintergrund einer umfassenden Umstrukturierung des Filialnetzes in Kärnten statt.

Lehrlinge übernehmen Filiale in Klagenfurt

Die Österreichische Post bildet derzeit österreichweit 250 Lehrlinge aus. In Klagenfurt haben acht von ihnen diese Woche die Verantwortung für die Filiale am Hauptbahnhof übernommen. Julia Schober zählt zu den Lehrlingen, die den Betrieb eigenständig leiten. Als Ausbildnerin bei der Österreichischen Post begleitet Melissa Sitter das Projekt. Auch Alexander Krassnitzer ist als Lehrling im Unternehmen beschäftigt.

Die Österreichische Post bietet ihren Lehrlingen zusätzliche Anreize: Wer nach Abschluss der Ausbildung mindestens zwei Jahre im Unternehmen bleibt, bekommt den Führerschein finanziert. Parallel dazu sucht das Unternehmen aktuell 300 neue Paketzustellerinnen und Paketzusteller.

Generaldirektor Walter Oblin ordnet die Nachwuchsförderung in eine Zeit ein, in der sich das Geschäftsmodell der Post spürbar verändert. In Kärnten wurde die Anzahl der klassischen Postfilialen bereits von 24 auf 17 reduziert. Gleichzeitig baut das Unternehmen die Zahl der Selbstbedienungsstationen aus. Österreichweit gibt es inzwischen 94 solcher Stationen, über die im vergangenen Jahr rund 35 Millionen Pakete abgewickelt wurden. Innerhalb des kommenden Jahres sollen in Kärnten knapp 100 Poststationen zur Verfügung stehen.

Wandel im Paket- und Briefgeschäft

Der Umbau des Filialnetzes fällt in eine Phase, in der sich die Rahmenbedingungen für Postdienstleister in mehreren Bereichen verändern. Mit 1. Juli 2026 wurde eine EU-Paketabgabe von drei Euro eingeführt. In deren Folge ging die Zahl der aus Nicht-EU-Staaten verschickten Pakete um rund 30 Prozent zurück. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich dieser Rückgang mittelfristig wieder erholen wird. Gleichzeitig ist das klassische Briefgeschäft weiterhin stark rückläufig, ein Trend, der die gesamte Branche seit Jahren begleitet.

Grundsätzlich stehen Postunternehmen in vielen europäischen Ländern vor ähnlichen Herausforderungen. Digitale Kommunikation hat den Bedarf an klassischen Briefsendungen kontinuierlich verringert, während der Онlinehandel den Paketversand über Jahre hinweg wachsen ließ. Um auf diese Verschiebung zu reagieren, setzen viele Anbieter auf ein dichteres Netz automatisierter Stationen, die unabhängig von Öffnungszeiten und Personal genutzt werden können. Solche Selbstbedienungslösungen ermöglichen es Kundinnen und Kunden, Pakete rund um die Uhr abzuholen, aufzugeben oder zurückzusenden, ohne dass dafür eine klassische Filiale mit Schalterpersonal notwendig ist.

Für die Unternehmen bedeutet dieser Umbau in der Regel auch eine veränderte Personalplanung. Wo weniger Schalterdienste in traditionellen Filialen anfallen, gewinnen andere Tätigkeitsfelder an Bedeutung, etwa die Zustellung, die Wartung automatisierter Stationen oder die technische Betreuung digitaler Prozesse. Ausbildungsprogramme für Lehrlinge dienen in solchen Umstrukturierungsphasen häufig dazu, frühzeitig Fachkräfte für künftige Anforderungen zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Zusatzleistungen als Bindungsinstrument

Vergünstigungen wie die Übernahme von Führerscheinkosten sind bei Unternehmen mit hohem Bedarf an Zustellpersonal ein verbreitetes Instrument, um Auszubildende nach der Lehre im Betrieb zu halten. Da ein Führerschein für Zustelltätigkeiten häufig Voraussetzung ist, verbindet eine solche Förderung praktischen Nutzen für die künftige Tätigkeit mit einem finanziellen Anreiz zum Verbleib im Unternehmen. Angesichts der gleichzeitig laufenden Suche nach mehreren hundert neuen Zustellkräften reiht sich diese Maßnahme in die allgemeinen Bemühungen der Branche ein, dem Bedarf an qualifiziertem Personal für die Paketzustellung zu begegnen.