Mehrwertsteuer auf Brot sinkt auf 4,9 Prozent – Fettanteil und Verzehrsort entscheiden über Steuersatz
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Mehrwertsteuer auf Brot sinkt ab 1. Juli 2026 – aber nicht für alle Backwaren

Ab Mittwoch, dem 1. Juli 2026, gilt in Österreich ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent auf viele Brotsorten. Bisher lag der Steuersatz bei zehn Prozent. Nicht alle Backwaren profitieren jedoch von der Neuregelung.

Laut Finanzministerium spart ein durchschnittlicher Haushalt durch die Senkung rund 100 Euro pro Jahr. Bei einzelnen Backwaren beträgt der Preisvorteil oft nur wenige Cent.

Fettanteil entscheidet über Steuersatz

Ob ein Brot oder Gebäck von der Steuersenkung profitiert, hängt vom Fettanteil ab. Liegt dieser über fünf Prozent, bleibt der bisherige Steuersatz von zehn Prozent bestehen. Laugengebäck sowie Kornsemmeln mit Saatenbestreuung fallen weiterhin unter den höheren Steuersatz. Ein einfaches Kornbrötchen ohne Bestreuung hingegen wird künftig mit 4,9 Prozent besteuert.

Wolfgang Fitz, Obmann der Vorarlberger Bäcker, kritisiert die Regelungen. Er bemängelt, dass gerade besonders hochwertige und gesunde Brotsorten häufig nicht von der Steuersenkung profitieren. Vorarlbergs Bäcker sprechen zudem von einem hohen bürokratischen Aufwand, da jedes einzelne Produkt genau geprüft und je nach Rezeptur unterschiedlich versteuert werden muss.

Auch Verzehrsort und Service sind steuerrelevant

Neben der Zusammensetzung eines Produkts spielt auch der Verzehrsort eine Rolle. Wer ein Gebäck mit nach Hause nimmt, zahlt den ermäßigten Steuersatz von 4,9 Prozent. Wird es direkt im Café verzehrt, bleiben zehn Prozent Mehrwertsteuer fällig. Ebenso gilt: Bestreichen Kundinnen und Kunden ihr Brot selbst mit Butter, greift der niedrigere Steuersatz – übernimmt das Servicepersonal diesen Schritt, werden weiterhin zehn Prozent verrechnet.

In einer Bäckerei in Rankweil, wo täglich rund 100 verschiedene Brote und Gebäcksorten entstehen und der Betrieb bereits ab zwei Uhr morgens läuft, verdeutlicht sich der praktische Aufwand, den die neue Regelung für die Branche mit sich bringt.