Die metalltechnische Industrie in Niederösterreich schlägt Alarm: Das Vertrauen der Industrie in den heimischen Standort sinkt weiter. Grundlage der Warnung ist eine aktuelle wissenschaftliche Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI), das einen entsprechenden Vertrauensindex erhebt. Dieser fiel von -12,1 im Februar 2026 auf -14,6 im Juni 2026. Zum Vergleich: Der Schnitt der 27 EU-Mitgliedsländer liegt bei -7,5, im Februar 2026 hatte er noch bei -8,1 gelegen. Die Branche fordert vor diesem Hintergrund finanzielle Entlastungen bei Steuern und Abgaben.
Deutlicher Abstand zum europäischen Durchschnitt
Veit Schmid-Schmidsfelden, Obmann der Metalltechnischen Industrie NÖ, äußerte sich in einer Aussendung am Montag zu den Ergebnissen. Der Vertrauensindex zeigt demnach nicht nur einen negativen Wert für den heimischen Standort, sondern auch eine wachsende Kluft zum EU-Durchschnitt. Während der Indexwert in der gesamten EU im genannten Zeitraum leicht gestiegen ist, hat er sich in Niederösterreich weiter verschlechtert.
Schmid-Schmidsfelden drängt angesichts dieser Entwicklung auf eine Senkung der Lohnnebenkosten. Bereits im Juli hatte Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich, gewarnt, dass mehr als 40 Prozent der Industriebetriebe mittelfristig über eine Verlegung ihrer Produktion ins Ausland nachdenken.
Als weiteren Beleg für die Standortproblematik führt die Branche die Höhe der Direktinvestitionen an. In Österreich machen diese 44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, im EU-Schnitt liegt der Wert bei 81 Prozent. In den Niederlanden, Irland und der Schweiz beträgt der Mittelwert bei den Direktinvestitionen sogar mehr als 211 Prozent des BIP.
Zahlen zur Branche in Niederösterreich
Die Metalltechnische Industrie umfasst in Niederösterreich 289 aktive Betriebe. In der Branche sind rund 24.200 Personen beschäftigt. Zur Ausbildung des Nachwuchses tragen 93 Ausbildungsbetriebe bei, in denen derzeit 975 Lehrlinge lernen. Diese Kennzahlen verdeutlichen das wirtschaftliche Gewicht der Branche im Bundesland, unabhängig von der aktuellen Vertrauensentwicklung.
Was Vertrauensindizes messen sollen
Vertrauensindizes wie jener des IWI werden in der Wirtschaftsforschung regelmäßig genutzt, um die Stimmung von Unternehmen gegenüber ihrem Standort oder der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt zu erfassen. Grundsätzlich basieren solche Indizes auf Befragungen von Unternehmen zu ihrer aktuellen Einschätzung der Geschäftslage und ihren Erwartungen für die kommenden Monate. Negative Werte deuten üblicherweise darauf hin, dass mehr Unternehmen pessimistisch als optimistisch eingestellt sind.
International vergleichbare Indizes ermöglichen es, die Stimmungslage einzelner Länder oder Regionen in Relation zu einem europäischen oder globalen Durchschnitt zu setzen. Dabei ist zu beachten, dass solche Indikatoren stimmungsbasierte Werte abbilden und nicht zwingend unmittelbare Rückschlüsse auf tatsächliche Investitions- oder Produktionsentscheidungen zulassen. Sie gelten in der wirtschaftspolitischen Debatte dennoch häufig als Frühindikator für künftige Entwicklungen.
Auch die Höhe ausländischer Direktinvestitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt wird häufig als Indikator für die Standortattraktivität eines Landes herangezogen. Länder mit besonders hohen Werten wie die Niederlande, Irland oder die Schweiz verfügen allerdings teilweise über spezifische steuerliche oder wirtschaftsstrukturelle Rahmenbedingungen, etwa als internationale Unternehmenssitze oder Finanzstandorte, die sich nicht ohne Weiteres auf andere Volkswirtschaften übertragen lassen. Direktinvestitionen umfassen dabei grundsätzlich Kapitalflüsse, mit denen ausländische Investoren dauerhafte wirtschaftliche Beteiligungen an Unternehmen im jeweiligen Land aufbauen, etwa durch Firmengründungen, Übernahmen oder den Ausbau bestehender Standorte.
Lohnnebenkosten, auf deren Senkung die Branche in Niederösterreich drängt, setzen sich in Österreich üblicherweise aus verschiedenen Sozialversicherungsbeiträgen sowie weiteren gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben der Arbeitgeber zusammen. Sie gelten international häufig als ein Faktor unter meh







