Auf einem ÖBB-Grundstück beim Wiener Westbahnhof soll ein neues Stadtquartier mit dem Namen „Mitte 15“ entstehen. Für das rund sechs Hektar große Areal zwischen Felberstraße und den Gleisanlagen wurde eine Klimabewertung durchgeführt. Diese ergab, dass das Grundstück nicht Teil einer relevanten Kaltluftschneise ist. Für das Projekt wurde zudem ein Wettbewerb angekündigt.
Klimastudie liefert grünes Licht für die Planung
Die Untersuchung befasste sich mit der Kaltluftsituation, der Durchlüftung und dem Windkomfort auf dem Areal. Demnach erreichen Ausläufer der Kaltluftleitbahn aus dem Wiener Wald über das Wiental das Projektgebiet nur in sehr geringem Ausmaß. Als Grund dafür wird angeführt, dass das Technische Museum sowie das angrenzende Hotel die bodennahe Kaltluftströmung bereits vor dem eigentlichen Planungsgebiet unterbrechen.
Das Grundstück gehört den ÖBB und liegt unmittelbar neben den Gleisen des Westbahnhofs. Vorgesehen sind auf der rund sechs Hektar großen Fläche etwa fünf Hektar Grün- und Freiflächen. Damit soll der überwiegende Teil des Areals nicht bebaut, sondern als durchgrünter Freiraum gestaltet werden.
Wohnraum, Bildung und Kultur auf dem Areal
Neben den Grünflächen ist auf dem Gelände auch leistbarer Wohnraum geplant. Zusätzlich sollen Bildungs-, Kultur- und Sozialeinrichtungen entstehen. Bei Erhebungen im Areal wurden Brutstätten mehrerer Wildbienenarten sowie besondere Pflanzen festgestellt.
Die Bevölkerung soll am 15. September 2026 über den aktuellen Stand der Planungen informiert werden. Bis dahin laufen die Vorbereitungen für den angekündigten Wettbewerb, in dessen Rahmen die konkrete städtebauliche Gestaltung des Areals entwickelt werden soll.
Kaltluftschneisen als Faktor der Stadtplanung
Grundsätzlich spielen Kaltluftschneisen bei der Planung neuer Stadtquartiere in dicht bebauten Gebieten eine wichtige Rolle. Als Kaltluftschneisen werden Bereiche bezeichnet, durch die nachts kühlere Luft aus Grünräumen oder Hanglagen in wärmere, stark versiegelte Stadtgebiete strömt. Diese Luftbewegung kann dazu beitragen, dass sich innerstädtische Bereiche in den Nachtstunden abkühlen und sich Hitze nicht dauerhaft staut.
Bei Bauvorhaben in Wien werden solche Zusammenhänge üblicherweise im Vorfeld durch Klima- und Windgutachten geprüft. Untersucht wird dabei unter anderem, wie sich geplante Gebäude auf bestehende Luftströmungen auswirken könnten und ob durch eine Bebauung wichtige Frischluftkorridore beeinträchtigt würden. Bestehende Gebäude, etwa größere Bauwerke oder Hotelkomplexe, können solche Luftströmungen bereits im Vorfeld eines Planungsgebiets unterbrechen oder ablenken.
Ergänzend dazu wird bei städtebaulichen Projekten häufig auch die Möglichkeit einer eigenständigen, lokalen Kühlwirkung durch neue Grünflächen betrachtet. Große zusammenhängende Grün- und Freiräume können demnach selbst zur Kaltluftproduktion beitragen und sich positiv auf das kleinräumige Mikroklima auswirken. Begrünungsmaßnahmen wie Bäume, Wiesenflächen oder unversiegelte Böden gelten in diesem Zusammenhang allgemein als Faktoren, die Aufenthaltsqualität und Temperaturempfinden in einem Quartier beeinflussen können.
Auch der Erhalt von Lebensräumen für Insekten und Pflanzen ist bei der Neugestaltung städtischer Flächen ein wiederkehrendes Thema. Brachliegende oder wenig genutzte Bahnareale entwickeln sich mit der Zeit häufig zu Rückzugsorten für Wildbienen und andere Arten, die auf offene, unversiegelte Böden angewiesen sind. Bei der Umgestaltung solcher Flächen wird in der Stadtplanung zunehmend versucht, bestehende ökologische Strukturen in die neue Nutzung einzubinden, anstatt sie vollständig zu beseitigen.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







