Der Handel in Niederösterreich hat von Jänner bis Mai 2026 ein nominelles Umsatzplus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Damit lag das Bundesland über dem österreichweiten Durchschnitt von 2,1 Prozent. Das geht aus einem Konjunkturbericht des Instituts für Österreichs Wirtschaft im Auftrag der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Niederösterreich hervor.
Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Handelssparten
Im niederösterreichischen Einzelhandel stiegen die nominellen Umsätze im ersten Halbjahr um 1,2 Prozent. Österreichweit fiel das Plus mit 1,9 Prozent höher aus. Preisbereinigt ergab sich für den österreichischen Einzelhandel ein Rückgang von 0,1 Prozent. Für Niederösterreich wurde kein realer Gesamtwert für den Handel ausgewiesen. Die Zahl der Beschäftigten im niederösterreichischen Einzelhandel sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 0,7 Prozent.
Deutlich stärker entwickelte sich der Großhandel. Die nominellen Umsätze legten in Niederösterreich von Jänner bis Mai um 3,2 Prozent zu. Laut Wirtschaftskammer Niederösterreich war dies der höchste Zuwachs aller Bundesländer. Österreichweit lag das nominelle Plus im Großhandel bei 1,7 Prozent, preisbereinigt ergab sich sogar ein Minus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei der Beschäftigung zeigte sich ein gegenläufiger Trend: Während die Zahl der Beschäftigten im Großhandel österreichweit im ersten Halbjahr um 1,1 Prozent zurückging, stieg sie in Niederösterreich um 0,3 Prozent. Nach Angaben der Wirtschaftskammer ist Niederösterreich damit das einzige Bundesland mit einem Beschäftigungszuwachs im Großhandel.
Die Kfz-Wirtschaft verzeichnete in Niederösterreich mit 5,6 Prozent den stärksten nominellen Umsatzanstieg unter den betrachteten Bereichen. Österreichweit lag das Plus bei 4,7 Prozent, preisbereinigt ergab sich für die Kfz-Wirtschaft österreichweit ein Zuwachs von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Auch bei der Beschäftigung zeigte die Kfz-Branche in Niederösterreich mit einem Plus von 1,9 Prozent ein stärkeres Wachstum als im Österreich-Schnitt, wo die Beschäftigung um 0,8 Prozent zunahm. Insgesamt ging die Beschäftigung im gesamten österreichischen Handel im ersten Halbjahr um 0,3 Prozent zurück. Franz Kirnbauer ist Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Nominelle und reale Umsatzentwicklung im Handel
Grundsätzlich unterscheiden Konjunkturberichte im Handel zwischen nominellen und preisbereinigten, also realen Umsatzwerten. Nominelle Zahlen bilden den tatsächlich erzielten Umsatz in Euro ab, ohne die allgemeine Preisentwicklung zu berücksichtigen. Steigen die Preise für Waren, kann ein nomineller Umsatzzuwachs entstehen, ohne dass tatsächlich mehr Waren verkauft wurden. Erst die preisbereinigte Betrachtung zeigt, ob die verkaufte Menge tatsächlich zugenommen hat oder ob ein Umsatzplus vor allem auf höhere Preise zurückzuführen ist. Diese Differenzierung ist insbesondere in Phasen mit spürbarer Teuerung relevant, da nominelle und reale Entwicklung deutlich auseinanderfallen können, wie es die österreichweiten Werte im Einzelhandel und im Großhandel zeigen.
Der Handel gliedert sich üblicherweise in mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Kundenstrukturen. Der Einzelhandel verkauft Waren direkt an Endkonsumentinnen und Endkonsumenten und reagiert daher besonders unmittelbar auf das allgemeine Konsumverhalten der Haushalte. Der Großhandel wiederum beliefert vorrangig andere Unternehmen, etwa den Einzelhandel, das Gewerbe oder die Industrie, und ist damit stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung ganzer Branchen abhängig. Die Kfz-Wirtschaft umfasst den Handel mit Fahrzeugen sowie damit verbundene Dienstleistungen und wird unter anderem von Investitionsentscheidungen privater und gewerblicher Käufer beeinflusst. Entwicklungen in diesen drei Bereichen verlaufen daher nicht zwangsläufig gleichförmig, sondern hängen von unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
Auch die Beschäftigungsentwicklung im Handel wird üblicherweise getrennt von der Umsatzentwicklung ausgewiesen. Ein Umsatzw
Hinweis zur Faktenprüfung
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