Die im Juli 2025 eingeführte Lehrausbildung „Fachkraft für vegetarische Kulinarik“ stößt in Tirol bislang auf keinerlei Nachfrage. Wie die Wirtschaftskammer Tirol mitteilt, gab es seit dem Start der Ausbildung keine einzige Anmeldung im Bundesland. Zugleich existiert in Tirol derzeit kein einziges Lehrstellenangebot für diesen Beruf.
Keine Lehrbetriebe in Tirol gemeldet
Nach Angaben der Wirtschaftskammer Tirol gibt es im Bundesland bislang keine Lehrbetriebsstellen für die Veggie-Lehre. Das bedeutet, dass Interessierte in Tirol aktuell gar keine Möglichkeit hätten, die Ausbildung in einem Betrieb zu absolvieren, selbst wenn sie sich dafür entscheiden würden. David Narr, Lehrlingsbeauftragter der Tiroler Wirtschaftskammer, ist mit dem Thema befasst.
Auch über die Landesgrenzen Tirols hinaus bleibt die neue Ausbildung eine Nische. In der Steiermark, in Wien und in Kärnten gibt es vereinzelte Lehrlinge, die sich für die „Fachkraft für vegetarische Kulinarik“ entschieden haben. Von einer breiten Nachfrage kann jedoch keine Rede sein. Die Wirtschaftskammer teilt mit, dass die Zahl der Interessenten österreichweit gering bleibt.
Neue Lehrberufe und ihr schwieriger Start
Grundsätzlich durchlaufen neu geschaffene Lehrberufe in Österreich häufig eine längere Anlaufphase, bevor sie sich in der betrieblichen Praxis etablieren. Damit eine Ausbildung tatsächlich angeboten werden kann, müssen Betriebe zunächst als Lehrbetrieb anerkannt werden und die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, etwa hinsichtlich der fachlichen Ausbildungsinhalte und der personellen Ausstattung. Erst wenn solche Lehrstellen tatsächlich gemeldet und ausgeschrieben sind, können sich Jugendliche dafür bewerben.
Bei neuen, thematisch spezialisierten Lehrberufen zeigt sich üblicherweise ein Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage: Ohne verfügbare Lehrstellen können sich Interessierte nicht anmelden, ohne erkennbares Interesse wiederum zögern Betriebe häufig, eine neue Ausbildung überhaupt anzubieten. In der Gastronomie- und Kulinarikbranche kommt hinzu, dass viele Betriebe vegetarische und pflanzenbasierte Küche bereits im Rahmen bestehender Koch- oder Gastronomieausbildungen integrieren, ohne dafür eine eigene, spezialisierte Lehre zu benötigen.
Regionale Unterschiede bei neuen Ausbildungswegen
Dass sich neue Lehrberufe zunächst nur in einzelnen Bundesländern durchsetzen, ist bei der Einführung solcher Ausbildungen kein ungewöhnliches Muster. Größere städtische Zentren mit einer entsprechend ausgeprägten Gastronomieszene bieten mitunter eher die strukturellen Voraussetzungen, um spezialisierte Lehrbetriebe zu etablieren, während in anderen Regionen zunächst abgewartet wird, wie sich die Nachfrage entwickelt. Ob und wann sich das auch in Tirol ändert, hängt maßgeblich davon ab, ob Betriebe im Bundesland künftig entsprechende Lehrstellen einrichten.





