Oberösterreich hat 57 Pflegefachkräfte aus Kolumbien angeworben, um den Personalbedarf in der Pflege zu decken. David Quinones und Natalia Suarez gehören zu dieser Gruppe und sind seit zwei Wochen im Bundesland. Beide sprechen bereits sehr gut Deutsch und sind Teil einer größeren Gruppe von insgesamt 55 weiteren Pflegekräften aus Kolumbien, die ebenfalls nach Oberösterreich gekommen sind.
Neue Fachkräfte nehmen Arbeit sofort auf
Die kolumbianischen Pflegekräfte bringen eine vierjährige akademische Pflegeausbildung sowie praktische Berufserfahrung mit. Sie beginnen unmittelbar mit ihrer Tätigkeit in oberösterreichischen Einrichtungen. Mit der Rekrutierung aus Kolumbien setzt Oberösterreich im Jahr 2026 den nächsten Schritt seiner internationalen Fachkräftestrategie in der Pflege.
Bereits seit 2022 sammelt das Bundesland Erfahrungen mit der Anwerbung von Pflegekräften von den Philippinen. Derzeit arbeiten 230 Pflegekräfte von den Philippinen in Einrichtungen oberösterreichischer Sozialhilfeverbände. Die Rekrutierung aus Kolumbien knüpft an diese bestehende Praxis an.
Soziallandesrat Christian Dörfel (ÖVP) bezeichnet den gewählten Zugang als „qualifizierte Zuwanderung“. David Quinones schilderte, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen jeden Tag versuchten, ihr Deutsch zu verbessern und dabei auch den oberösterreichischen Dialekt kennenzulernen. Natalia Suarez berichtete, die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen seien sehr geduldig und würden bei Verständnisproblemen erklären oder korrigieren.
Ines Vukajlović, Integrationssprecherin der Grünen, äußerte dazu, wer Menschen gezielt nach Oberösterreich hole, müsse auch dafür sorgen, dass sie hier gut ankommen und langfristig bleiben wollen.
Internationale Anwerbung als Antwort auf Personalengpässe
Der Pflegebereich steht in vielen Regionen Europas seit Jahren unter Druck. Demografische Entwicklungen führen einerseits zu einem steigenden Betreuungsbedarf, andererseits sinkt die Zahl der im Inland ausgebildeten Fachkräfte, die dauerhaft im Beruf bleiben. Öffentliche Träger und Sozialhilfeverbände suchen deshalb zunehmend nach Wegen, den Personalbedarf auch über internationale Rekrutierungsprogramme zu decken.
Solche Programme folgen üblicherweise einem mehrstufigen Ablauf: Zunächst werden im Ausland Kandidatinnen und Kandidaten mit einschlägiger Ausbildung identifiziert, anschließend erfolgt eine Prüfung der fachlichen Qualifikation und in der Regel eine Vorbereitung auf die sprachlichen Anforderungen des Ziellandes. Für die Anerkennung ausländischer Pflegeausbildungen gelten in Österreich grundsätzlich festgelegte Verfahren, in denen geprüft wird, inwieweit die im Ausland erworbenen Qualifikationen den heimischen Anforderungen entsprechen. Je nach Ausbildungssystem des Herkunftslandes kann dabei zusätzliche Praxis oder eine ergänzende Prüfung notwendig sein.
Die deutsche Sprache spielt bei der Integration in der Pflege eine zentrale Rolle, da die tägliche Arbeit einen engen Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie mit Kolleginnen und Kollegen erfordert. Sprachkurse werden bei vergleichbaren Programmen häufig bereits im Herkunftsland begonnen und nach der Ankunft fortgesetzt, um eine rasche Verständigung im Arbeitsalltag zu ermöglichen.
Erfahrungen aus bisherigen Anwerbungen
Die längere Zusammenarbeit mit Pflegekräften von den Philippinen, die seit 2022 besteht, hat in Oberösterreich bereits zu einer strukturierten Praxis der internationalen Rekrutierung beigetragen. Mit mittlerweile 230 philippinischen Pflegekräften in den Einrichtungen der Sozialhilfeverbände ist diese Gruppe fester Bestandteil der Personalstruktur geworden. Die Anwerbung aus Kolumbien wird als Erweiterung dieses bestehenden Ansatzes verstanden, mit dem das Bundesland auf unterschiedliche Herkunftsregionen setzt, um den Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal zu decken.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







