Die ÖBB haben ihre Lehrwerkstätte in Graz erweitert und damit die Ausbildungskapazität am Standort deutlich erhöht. Konnten bisher 64 Lehrlinge in Graz ausgebildet werden, stehen künftig bis zu 125 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Seit März wurde dafür rund 1,7 Millionen Euro investiert.
Ausbau der Werkstätte in Graz
Für die Erweiterung wurde die Fläche der Lehrwerkstätte um 640 Quadratmeter vergrößert. Auf den neuen Flächen entstanden Labor- und Schulungsräume, EDV-Räume, ein Elektrolabor sowie zusätzliche Sozialräume. Damit können pro Jahr rund 20 zusätzliche Lehrlinge aufgenommen werden. Geleitet wird die ÖBB-Lehrwerkstätte in Graz von Mario Nachtnebel.
Zu den Neuerungen am Standort zählt auch eine neue Ausbildung im Bereich 3D-Druck, die künftig Teil des Lehrangebots in Graz ist. Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) besuchte die Lehrlingswerkstätte im Zuge der Erweiterung.
Mit Anfang September haben laut ÖBB mehr als 720 Jugendliche ihre Lehre im Unternehmen begonnen. Im gesamten Konzern befinden sich damit rund 2.400 Lehrlinge in Ausbildung.
Lehrlingsausbildung als Teil der Personalstrategie großer Infrastrukturbetriebe
Grundsätzlich setzen große Infrastrukturunternehmen wie Bahn- oder Energiebetriebe schon seit Jahren verstärkt auf eigene Lehrlingsausbildung, um den langfristigen Bedarf an Fachkräften zu decken. Berufe im technischen und elektrotechnischen Bereich lassen sich am Arbeitsmarkt oft nur schwer extern nachbesetzen, weshalb Unternehmen eigene Ausbildungsstätten betreiben, in denen praxisnah auf spätere Tätigkeiten im Betrieb vorbereitet wird.
Lehrwerkstätten bieten dabei üblicherweise eine Kombination aus theoretischem Unterricht und praktischer Arbeit an technischen Anlagen, Maschinen oder Fahrzeugkomponenten. Investitionen in neue Räumlichkeiten und Ausstattung dienen in der Regel dazu, mit technologischen Entwicklungen Schritt zu halten und die Ausbildung an aktuelle Anforderungen anzupassen. Bereiche wie Digitalisierung, Elektrotechnik oder additive Fertigungsverfahren wie der 3D-Druck gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, da moderne Instandhaltung und Fertigung zunehmend auf solche Verfahren zurückgreifen.
Für die Unternehmen hat die Ausweitung von Ausbildungsplätzen zugleich einen strategischen Effekt: Wer mehr Lehrlinge selbst ausbildet, sichert sich langfristig qualifiziertes Personal für den eigenen Betrieb und verringert die Abhängigkeit von externen Bewerbern mit einschlägiger Ausbildung. Gerade bei Bahnbetrieben, die auf spezialisiertes technisches Wissen etwa im Bereich Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik oder Infrastruktur angewiesen sind, gilt die interne Lehrlingsausbildung als zentraler Baustein der Personalentwicklung.





