ÖBB präsentieren ersten vollelektrischen Postbus mit autonomer Fahrfunktion

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die ÖBB haben am Donnerstag in Wien einen neuen vollelektrischen und vollautomatisiert fahrenden Postbus vorgestellt. Der Bus fährt selbstständig, ein Fahrer muss aus Sicherheitsgründen jedoch weiterhin an Bord sein. Das Fahrzeug bietet Platz für rund 32 Fahrgäste und erreicht eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern.

Technische Eckdaten des neuen Postbusses

Der Bus verfügt über Autonomielevel 4. Manuell gesteuert kann er eine Geschwindigkeit von maximal 80 km/h erreichen, im autonomen Betrieb ist die Geschwindigkeit auf bis zu 30 km/h begrenzt. Die technische Basis des Elektro-Busses stammt von der türkischen Firma Otokar. In Madrid ist ein entsprechendes Fahrzeug bereits in den regulären Linienbetrieb aufgenommen worden.

Der erste Einsatzort in Österreich wird das European Forum Alpbach in Tirol sein, das in diesem Jahr stattfindet. Nach der Testphase in Alpbach soll der Bus anschließend am Campus Wolfurt eingesetzt werden, um Unternehmen im dortigen Industriepark an die S-Bahn anzubinden.

Bei der Präsentation äußerten sich mehrere Vertreter aus Politik und Bahn zu dem Projekt. Mobilitätsminister Peter Hanke, Mitglied der SPÖ, kündigte an, dass im September eine neue Verordnung kommen soll. Diese soll fahrerloses Fahren unter Aufsicht im öffentlichen Raum ermöglichen und die Basis für Flottenbetrieb sowie gewerbliche Anwendungen im Testrahmen legen. Zusätzlich soll die Verordnung den automatischen Spurwechsel auf Autobahnen und Schnellstraßen im Regelbetrieb ermöglichen. Laut Ministerium soll im kommenden Jahr zudem ein neues Gesetz folgen.

ÖBB-Chef Andreas Matthä nannte bei der Präsentation keine konkreten Kosten für das neue Fahrzeug. Martin Russ, Geschäftsführer der österreichischen Bundesagentur AustriaTech, rechnet langfristig mit 30 bis 50 Fahrzeugen in geplanten Modellregionen. Die dafür überschlagenen Kosten liegen laut Russ bei einem hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Regulatorischer Rahmen für autonomes Fahren

Autonomielevel 4 bedeutet, dass ein Fahrzeug in einem klar definierten Einsatzbereich vollständig selbstständig fahren kann, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Dennoch schreiben viele Zulassungsbestimmungen in solchen Testphasen aus Sicherheitsgründen weiterhin eine Person an Bord vor, die im Notfall eingreifen kann. Erst mit zunehmender Erprobung und rechtlicher Anpassung wird ein Betrieb ganz ohne Fahrpersonal denkbar.

Grundsätzlich ist der Straßenverkehr in Österreich wie in den meisten europäischen Ländern auf menschliche Fahrzeugführung ausgelegt. Automatisierte Systeme benötigen daher eigene rechtliche Grundlagen, etwa für Haftungsfragen, Zulassungsverfahren und die Abgrenzung von Testbetrieb und Regelbetrieb. Verordnungen, wie sie nun angekündigt wurden, schaffen üblicherweise zunächst einen begrenzten rechtlichen Rahmen für Erprobungen, bevor in einem zweiten Schritt weiterreichende Gesetze einen flächendeckenden Betrieb ermöglichen können.

AustriaTech ist als österreichische Bundesagentur und Kompetenzzentrum für Mobilitätstransformation üblicherweise an der fachlichen Begleitung solcher Projekte beteiligt, etwa bei der Bewertung technischer Standards oder der Vorbereitung von Modellregionen. Modellregionen dienen in der Praxis dazu, neue Technologien unter realistischen, aber kontrollierten Bedingungen zu erproben, bevor eine breitere Einführung erfolgt. Die Kosten solcher Vorhaben umfassen neben den Fahrzeugen selbst häufig auch Infrastrukturanpassungen, Sicherheitskonzepte und begleitende technische Systeme.

International haben einzelne Städte, darunter Madrid, bereits Erfahrungen mit automatisierten Bussen im regulären Linienbetrieb gesammelt. Solche Projekte werden häufig als Referenz herangezogen, wenn andere Städte oder Regionen vergleichbare Systeme einführen wollen, da sie praktische Erkenntnisse zu Betrieb, Akzeptanz und technischen Herausforderungen liefern.