Österreich führt ab Oktober 2026 Paketsteuer ein
In Österreich tritt ab Oktober 2026 eine neue Paketsteuer in Kraft. Das Finanzministerium bestätigte die Höhe der Abgabe: Sie beträgt 2,40 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für Bücher, auf die ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von zehn Prozent anfällt, gilt ein reduzierter Betrag von 2,20 Euro.
Die Steuer fällt damit höher aus als ursprünglich geplant. Die Einnahmen sollen dazu beitragen, die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel, die seit 1. Juli gilt, teilweise gegenzufinanzieren. Das Finanzministerium rechnet mit einem jährlichen Steueraufkommen von 280 Millionen Euro.
Große Online-Händler im Fokus
Die Paketsteuer gilt für Online-Händler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Laut Handelsverband sind 16 Online-Händler und Marktplätze direkt betroffen, darunter Amazon, Otto und Temu. Indirekt wären zudem rund 4.000 österreichische Händler betroffen, die über Online-Marktplätze verkaufen. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer entfallen 29,6 Prozent der Bruttoumsätze im heimischen Onlinehandel auf Amazon, gefolgt von Temu mit 5,6 Prozent, Zalando mit 5,5 Prozent, Ebay mit 4,5 Prozent und Otto mit 3,0 Prozent.
Die Paketsteuer kann umgangen werden, wenn eine Bestellung zwar online aufgegeben, die Ware aber direkt im Geschäft abgeholt wird. Seit 1. Juli gilt zudem ein Pauschalzoll von drei Euro für Pakete aus Ländern außerhalb der EU.
Breite Kritik im Begutachtungsverfahren
Der Großteil der Stellungnahmen im parlamentarischen Begutachtungsverfahren zur Paketabgabe fiel kritisch aus. Handelsverband, Wirtschaftskammer und große Online-Händler drängten auf einen Stopp der Steuer. NEOS appellierte an die SPÖ, die Abgabe zu überdenken.








