Oberösterreichische Landwirte testen neue Kulturen als Reaktion auf Hitze und Trockenheit
Hitze und Trockenheit setzen der Landwirtschaft zunehmend zu. In Oberösterreich testen Bäuerinnen und Bauern in Versuchsreihen ungewöhnlichere, teils exotische Pflanzen als mögliche Alternativen zu herkömmlichen Kulturen.
Olivenbäume in Gramastetten
Josef Walchshofer betreibt den Vedahof in Gramastetten im Bezirk Urfahr-Umgebung. Vor zwei Jahren hat er winterharte Olivenbäume aus Spanien gepflanzt, mittlerweile stehen auf dem Gelände 300 Olivenbäume. Bei einigen jungen Bäumen sind heuer Äste abgefroren, sie treiben inzwischen aber wieder aus.
Ein Unternehmen untersucht gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien am Vedahof das Potenzial von Olivenbäumen als klimaresistente Alternative. Für das Versuchsprojekt stehen rund 10.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, auf der etwa 200 Olivenbäume Platz finden. Aus den Olivenblättern werden bereits Tee und Gin produziert, zudem gibt es erste Schokoladenprodukte auf Basis von Olivenblättern.
Kräuteranbau in Mettmach
Christian Jenichl hat den elterlichen Betrieb in Mettmach im Innviertel vor sieben Jahren umgestellt – von Rinderhaltung im Nebenerwerb auf Kräuteranbau im Vollerwerb. Er beliefert die Bergkräutergenossenschaft Hirschbach im Mühlviertel, deren Vertragsbauern heuer insgesamt rund 20 Prozent Ernteausfälle bei Kräutern verzeichnen.
Jenichl beteiligt sich an der Versuchsreihe „Exotisches Österreich“ von EU und Bund. Der griechische Bergtee auf seinem Betrieb ist bereits geerntet und treibt wieder neu aus, das indische Basilikum soll in den kommenden Wochen reif sein. Ein früheres Lavendel-Versuchsprojekt hat bei fünf von sechs beteiligten Bauern überzeugt und wird dauerhaft fortgesetzt.
Kräuter aus Oberösterreich werden direkt als Tee oder zum Würzen in Haushalte verkauft. Sie kommen zudem in der Lebensmittelverarbeitung zum Einsatz, etwa bei der Herstellung besonderer Käserinden.






