Photovoltaik-Förderung: Fördertopf nach 36 Sekunden erschöpft – Kritik und Reformpläne
Beim zweiten Photovoltaik-Fördercall des Jahres im Juni 2026 war der Fördertopf innerhalb von 36 Sekunden ausgeschöpft. Von bundesweit 28.000 Antragstellern erhielten laut Energieministerium lediglich 3.000 eine Förderzusage. Insgesamt standen 20 Millionen Euro zur Verfügung.
Bereits beim ersten Fördercall des Jahres mussten rund 16.000 Anträge abgelehnt werden. Ein weiterer Fördercall ist für Oktober 2026 geplant.
Kritik aus der Branche
Andreas Müller, tätig beim Vorarlberger PV-Anlagen-Hersteller Hansesun, bezeichnet die aktuelle Form der Fördervergabe für Photovoltaikanlagen und Speicher als unsinnig. Nach seinen Angaben entstehen Hansesun durch die Antragstellung jährliche Kosten von 60.000 Euro; das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 1,5 Mitarbeitende ausschließlich für die Förderabwicklung. Müller fordert die Abschaffung der bestehenden Förderung und stattdessen eine Senkung der Mehrwertsteuer für alle erneuerbaren Energieträger.
Reaktion des Ministeriums
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner erklärte, der zweite Fördercall zeige den Reformbedarf. Österreich brauche eine neue Förderlogik für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Derzeit wird an einer Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes gearbeitet. Das Ministerium beabsichtigt, Förderungen künftig gezielter zu vergeben – mit Schwerpunkt auf Anlagen mit Speicher, die in Europa produziert werden. Die Förderlogik soll stärker auf Speicher, Systemdienlichkeit und Marktintegration ausgerichtet werden. Die Fördercalls sollen dem aktuellen Stand zufolge beibehalten werden.








