Rechnungshof fordert mehr Transparenz bei Schloss Hernstein und Immobiliengeschäften der Wiener Wirtschaftskammer
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Rechnungshof prüft Schloss Hernstein und Immobiliengeschäfte der Wiener Wirtschaftskammer

Der Rechnungshof hat die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) geprüft und dabei unter anderem den Umgang mit dem Schloss Hernstein sowie mehrere Immobilientransaktionen untersucht. In seinem Bericht fordert der Rechnungshof mehr Transparenz rund um das Schloss Hernstein und empfiehlt, künftig einen Beteiligungsbericht dem Rechnungsabschluss anzuschließen.

Schloss Hernstein: Umstrukturierung und Verlustabdeckung

Das Schloss Hernstein in Niederösterreich, eine Hotel- und Kongressdestination, befindet sich seit 1963 im Eigentum der Wiener Wirtschaftskammer. Bis 2020 führte die Kammer das Gebäude selbst als Hotel. In den Jahren 2020 bis 2022 strukturierte die WKW die Verwaltung und den Hotelbetrieb neu: Der Hotelbetrieb wurde an die Schloss Hernstein Hotelbetriebsgesellschaft mbH übertragen, und 2022 brachte die Kammer das Schloss samt Grundstück in die Schloss Hernstein Liegenschaftsverwaltungs GmbH & Co KG ein. Bis 2021 hatte die WKW die Liegenschaft mit rund einer Million Euro als Immobilienvermögen ausgewiesen.

Laut Rechnungshof brachte die WKW seit 2015 insgesamt 28,39 Millionen Euro als Verlustabdeckung und für Investitionszuschüsse im Zusammenhang mit dem Schloss auf. Für die Liegenschaftsverwaltung strebt die Kammer künftig ein ausgeglichenes Ergebnis an. Für die Hotelbetriebsgesellschaft ist eine jährliche Verlustabdeckung von einer Million Euro geplant.

Immobilientransaktionen: Keine Beanstandungen durch den Rechnungshof

Die WKW erwarb 2019 das Bürogebäude „Haus der Wiener Wirtschaft“ am Praterstern, den neuen Sitz der Kammer nach dem Auszug aus dem Palais am Stubenring. Dazu erstand sie zwei Gesellschaften, die Eigentümer der neuen Immobilie waren. Im Gegenzug veräußerte die Kammer das Palais Festetics und das Gewerbehaus am Rudolf-Sallinger-Platz.

Für alle drei Objekte holte die WKW Verkehrswertgutachten ein, die von einem zweiten Gutachter bestätigt wurden. Die Gutachten ergaben 18,16 Millionen Euro für das Palais Festetics, 17,50 Millionen Euro für das Gewerbehaus und 121,47 Millionen Euro für den neuen Stammsitz. Der Rechnungshof stellte fest, dass die angesetzten Kaufpreise den gutachterlich ermittelten Verkehrswerten entsprachen. Hinsichtlich des geprüften Sachanlage- und Beteiligungsvermögens sowie der zugrunde liegenden Bewertungsvorschriften wurden keine Beanstandungen erhoben. Auch das grundsätzliche Bestehen von Rücklagen wurde vom Rechnungshof nicht beanstandet.

Reformmaßnahmen bis 2027

Die Umsetzung der im Zuge der Prüfung festgehaltenen Reformmaßnahmen erfolgt in gemeinsamer Verantwortung der Wiener Wirtschaftskammer mit der Wirtschaftskammer Österreich bis Ende 2027.