Rekord-Trockenheit lässt Herbsternte in Österreich dramatisch einbrechen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Herbsternte 2026 fällt in Österreich nach Angaben der Landwirtschaftskammer Österreich bei zahlreichen Feldfrüchten noch schlechter aus als zuletzt erwartet. Betroffen sind vor allem Erdäpfel, Körnermais, Soja, Kürbis und Zuckerrüben. Hintergrund ist der Sommer 2026, der als der heißeste in der österreichischen Messgeschichte gilt. Besonders stark von der damit verbundenen Trockenheit betroffen war Niederösterreich.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger sagte gegenüber der APA, die Missernte bei den Herbstkulturen falle noch dramatischer aus als befürchtet. Die Landwirtschaft sei von einer Trockenheit bisher ungeahnten Ausmaßes getroffen und geschädigt worden.

Deutliche Einbußen bei mehreren Kulturen

Bei Körnermais wird im Vergleich zum Fünfjahresschnitt ein Rückgang der Gesamtmenge um knapp 30 Prozent erwartet. Noch deutlicher fällt der Einbruch bei Sojabohnen aus: Hier rechnet die Landwirtschaftskammer mit einem Minus von über 50 Prozent gegenüber dem Fünfjahresschnitt. Als „dramatisch“ bezeichnet die Kammer die Ertragserwartungen bei Erdäpfeln, die zwischen minus 50 und minus 70 Prozent liegen.

Auch bei Ölkürbissen und Sonnenblumen zeichnen sich Verluste ab. Bei Ölkürbissen könnte das Mengenminus im Vergleich zum Fünfjahresschnitt ein Fünftel betragen, bei Sonnenblumen mehr als ein Drittel. Hintergrund ist, dass Herbstkulturen wie Körnermais, Silomais, Erdapfel, Kürbis, Sonnenblume, Soja und Zuckerrübe von der Trockenheit länger betroffen waren als Getreide. Die Herbstkulturen werden derzeit geerntet, weshalb sich die Zahlen noch verändern können.

Zuckerrübenernte zusätzlich von Fabriksschließung betroffen

Bei Zuckerrüben kommt neben der Trockenheit ein weiterer Faktor hinzu: Im Frühjahr 2025 sperrte die Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld im Bezirk Gänserndorf. In der Folge halbierte sich die vertraglich mit den Bauern vereinbarte Anbaufläche für Zuckerrüben. Die Zuckerrübenmenge könnte 2026 gegenüber dem Vorjahr um bis zu 52 Prozent einbrechen.

Die Ertragserwartungen bei Zuckerrüben reichen von minus 30 Prozent in besseren Lagen bis zu minus 70 Prozent im Trockengebiet in Ostösterreich. Die gesamte heimische Rübenernte wird inzwischen in der niederösterreichischen Agrana-Zuckerfabrik in Tulln an der Donau verarbeitet. Laut Agrana werden finale Ernteschätzungen erst zum Start der Zuckerrübenverarbeitung Anfang Oktober vorliegen.

Getreideminus fällt geringer aus als im August prognostiziert

Bei Getreide ohne Mais zeigt sich zuletzt eine leichte Entspannung gegenüber früheren Prognosen. Anfang August 2026 war die Agrarmarkt Austria (AMA) noch von einem Rückgang der Getreideproduktion ohne Mais im Vergleich zum langjährigen Schnitt von 14,4 Prozent ausgegangen. Nach aktuellen AMA-Angaben liegt das Minus nun bei 10,9 Prozent. Bei Weichweizen beträgt der Rückgang aktuell 15,6 Prozent, nachdem im August noch ein Minus von 18,4 Prozent prognostiziert worden war.

Trockenheit als zentrale Herausforderung für Pflanzenbau

Grundsätzlich hängt der Ertrag von Feldfrüchten stark von der Wasserversorgung während bestimmter Wachstumsphasen ab. Kulturen wie Mais, Kartoffeln, Sojabohnen, Kürbis oder Zuckerrüben werden im Frühjahr ausgesät und über den gesamten Sommer hinweg kultiviert. Dadurch sind sie über einen längeren Zeitraum Witterungseinflüssen ausgesetzt als Wintergetreide, das einen Großteil seiner Entwicklung bereits im Frühjahr abschließt. Anhaltende Hitze- und Trockenperioden im Sommer wirken sich bei solchen Kulturen daher besonders stark auf die Ausbildung von Knollen, Körnern oder Rübenkörpern aus.

Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe ist zudem eng an bestehende Verarbeitungskapazitäten gebunden. Bei Zuckerrüben etwa richtet sich die angebaute Fläche danach, welche Mengen die verfügbaren Zuckerfabriken verarbeiten können. Fällt eine Verarbeitungsstätte weg, wirkt sich das unmittelbar auf die vertraglich vereinbarten Anbauflächen und damit au