Rondo Ganahl: Reststoff-Kraftwerk in Frastanz verzögert sich um mindestens ein Jahr

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Der Verpackungs- und Papierhersteller Rondo Ganahl rechnet beim geplanten Reststoff-Kraftwerk in Frastanz mit einer Bauverzögerung von mindestens einem Jahr. Das Unternehmen präsentierte die Kraftwerkspläne am Freitag direkt am geplanten Standort in Frastanz und stellte sich dabei den Fragen der Bevölkerung. Vorstand Udo Nachbaur äußerte sich bei diesem Termin zu den Plänen.

Rondo Ganahl will mit dem Kraftwerk in Sachen Energie unabhängiger werden. Anrainerinnen und Anrainer brachten bei der Präsentation jedoch zahlreiche Bedenken vor. Sie fürchten um ihre Lebensqualität und um den Wert ihrer Wohnimmobilien. Kritisiert wurde insbesondere der geplante Standort im Wohngebiet.

Austausch vor Ort und offene Kritik

Bei der Veranstaltung am geplanten Standort in Frastanz konnten Bürgerinnen und Bürger direkt Fragen zu dem Vorhaben stellen. Rondo Ganahl sprach im Anschluss von einem guten Austausch mit der Bevölkerung. Gleichzeitig machten Anrainer deutlich, dass sie dem Projekt weiterhin kritisch gegenüberstehen. Im Mittelpunkt der Einwände stand vor allem die Lage des geplanten Kraftwerks in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung.

Projekt-Gegner kündigten an, weiter gegen das Vorhaben demonstrieren zu wollen. Die öffentliche Verhandlung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ist für den 22. September angesetzt. Bei diesem Termin wird das Vorhaben im Rahmen des UVP-Verfahrens öffentlich behandelt.

Ablauf einer Umweltverträglichkeitsprüfung

Bei größeren Industrie- und Energievorhaben ist grundsätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben, sofern bestimmte Schwellenwerte hinsichtlich Größe, Emissionen oder Standort erreicht werden. Ziel eines solchen Verfahrens ist es, mögliche Auswirkungen eines Projekts auf Umwelt, Anrainerinnen und Anrainer sowie die Nachbarschaft im Vorfeld systematisch zu prüfen. Dazu zählen üblicherweise Aspekte wie Lärm, Luftschadstoffe, Verkehrsaufkommen oder Auswirkungen auf das Landschaftsbild.

Im Rahmen einer öffentlichen UVP-Verhandlung erhalten Betroffene und Projektwerber in der Regel die Möglichkeit, ihre Positionen einzubringen und Einwände vorzubringen. Behörden ziehen für die fachliche Bewertung meist Sachverständige aus unterschiedlichen Bereichen heran, etwa aus den Bereichen Luftreinhaltung, Lärmschutz oder Raumplanung. Am Ende eines solchen Verfahrens steht eine behördliche Entscheidung darüber, ob und unter welchen Auflagen ein Projekt genehmigt werden kann. Solche Verfahren können sich über mehrere Monate oder Jahre erstrecken, insbesondere wenn zahlreiche Einwände zu bearbeiten sind oder zusätzliche Gutachten erforderlich werden.

Reststoff-Kraftwerke in der Industrie

Reststoff-Kraftwerke werden in der Industrie grundsätzlich eingesetzt, um bei Produktionsprozessen anfallende Rest- und Abfallstoffe energetisch zu verwerten. Unternehmen aus der Papier- und Verpackungsbranche fallen dabei regelmäßig größere Mengen an Reststoffen an, die andernfalls entsorgt werden müssten. Durch die energetische Nutzung solcher Stoffe lässt sich der Bedarf an extern zugekaufter Energie verringern, was Unternehmen unabhängiger von Energiemärkten und Preisschwankungen machen kann. Gleichzeitig sind mit dem Betrieb solcher Anlagen üblicherweise Fragen zu Emissionen, Lärmentwicklung und Transportverkehr verbunden, die in Genehmigungsverfahren eine zentrale Rolle spielen. Insbesondere bei Standorten in der Nähe von Wohngebieten stehen dabei häufig Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft im Fokus der öffentlichen Diskussion.