Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark ist im August gestiegen, besonders deutlich in der Automobilindustrie. Hintergrund ist unter anderem ein rückläufiger Binnenabsatz an Verbrennungsmotoren. Beim Entwicklungsdienstleister AVL wurden kürzlich 180 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet.
Kündigungen bei AVL und steigende Arbeitslosenzahlen
In der Steiermark hat die Arbeitslosigkeit im August zugenommen. Betroffen ist vor allem die Automobilbranche, die in der Region traditionell eine bedeutende Rolle spielt. Als konkretes Beispiel wird der Entwicklungsdienstleister AVL genannt, bei dem zuletzt 180 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet wurden.
Als ein Faktor für die Entwicklung wird der rückläufige Binnenabsatz an Verbrennungsmotoren angeführt. Die Nachfrage nach dieser Antriebsart nimmt demnach ab, was sich auf Unternehmen auswirkt, die auf diesem Gebiet tätig sind.
Der Wirtschaftsexperte Ferdinand Dudenhöffer ordnet die aktuellen Entlassungen als Teil einer notwendigen Anpassung der gesamten Branche ein. Wörtlich sagt er: „Dieses Kerngeschäft fällt mehr und mehr weg, weil Verbrennungsmotoren nicht mehr so stark benötigt werden.“
Verschiebungen im globalen Automobilmarkt
Dudenhöffer verweist zudem auf Entwicklungen in China, wo zunehmend auf Elektromobilität und autonome Fahrzeuge gesetzt wird. Seiner Einschätzung nach verändert sich dadurch der weltweite Automobilmarkt grundlegend. Dazu sagt er: „China ist dabei, das Weltauto zu ändern. Und wenn wir dabei sein wollen, müssen wir mit den Chinesen zusammenarbeiten.“
Diese Aussage bezieht sich auf die allgemeine Ausrichtung der internationalen Automobilentwicklung und nicht unmittelbar auf die Situation bei einzelnen steirischen Unternehmen. Die Verknüpfung zwischen den globalen Marktverschiebungen und den konkreten Kündigungen bei AVL wird in den vorliegenden Aussagen nicht im Detail dargelegt.
Strukturwandel in der Zulieferindustrie
Grundsätzlich befindet sich die europäische Automobilzulieferindustrie seit einigen Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Traditionell stark auf die Entwicklung und Fertigung von Komponenten für Verbrennungsmotoren ausgerichtete Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Geschäftsmodelle an neue Antriebstechnologien anzupassen. Dazu zählen etwa Elektroantriebe, Batteriesysteme und Software für automatisiertes Fahren.
Entwicklungsdienstleister wie AVL bieten Automobilherstellern üblicherweise Ingenieurleistungen entlang des gesamten Entwicklungsprozesses an, von der Motorenentwicklung über Prüfstandstechnik bis hin zu Simulationsverfahren. Verändert sich die Nachfrage der Autohersteller, wirkt sich das häufig unmittelbar auf die Auftragslage solcher Dienstleister aus, da ein wesentlicher Teil ihres Geschäfts historisch mit der Verbrennungstechnologie verbunden ist.
Bei vergleichbaren Umbrüchen in der Industrie zeigt sich häufig, dass Beschäftigung in etablierten Technologiebereichen zurückgeht, während in neuen Feldern wie Batterietechnik, Softwareentwicklung oder Elektronik zusätzlicher Bedarf entsteht. Ob und in welchem Umfang ein solcher Ausgleich in der Steiermark stattfindet, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
International haben insbesondere chinesische Hersteller in den vergangenen Jahren ihre Position im Bereich der Elektromobilität ausgebaut. Für europäische Zulieferer und Entwicklungsdienstleister bedeutet eine solche Verschiebung der globalen Nachfrage grundsätzlich, dass sich Wettbewerbsbedingungen und Kooperationsmöglichkeiten verändern können. Fachleute wie Dudenhöffer verweisen in diesem Zusammenhang häufig auf die Notwendigkeit, technologische Entwicklungen in wichtigen Wachstumsmärkten genau zu beobachten und gegebenenfalls in Kooperationen einzubinden.







