Die steirischen Kürbisbauern rechnen für 2026 mit einer kleineren Kernöl-Ernte als üblich. Grund ist die anhaltende Trockenheit und Hitze, unter der zahlreiche Obst- und Gemüsekulturen in diesem Jahr leiden. Franz Labugger, Betreiber einer Ölmühle in Lebring im Bezirk Leibnitz, geht von einem unterdurchschnittlichen Ertrag aus.
Unterschiede zwischen den Anbaugebieten
Wie stark die Trockenheit die Kürbisfelder getroffen hat, hängt stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Auf Schotterböden kommt es laut Labugger teilweise zu einem Totalausfall der Ernte. Ganz anders stellt sich die Lage in der Ost- und Weststeiermark dar: Dort werden gute Erträge verzeichnet.
Auch der Zeitpunkt der Aussaat spielt eine Rolle. Die schönsten Ergebnisse zeigen sich auf Flächen, die früh angebaut wurden. Ein früher Anbau ist allerdings mit einem Risiko verbunden, da er anfälliger für Frostschäden ist. Im Jahr 2026 sind Frost und Hagel weitgehend ausgeblieben, wovon die früh gepflanzten Bestände profitiert haben.
Insgesamt wurde in der Steiermark heuer rund zehn Prozent mehr Kürbis angebaut als in anderen Jahren. Trotz der größeren Anbaufläche zeichnet sich wegen der Trockenschäden in einzelnen Regionen dennoch eine unterdurchschnittliche Gesamternte ab.
Labugger verweist zudem auf einen qualitativen Aspekt der diesjährigen Saison: Aufgrund der vielen Sonnentage erwartet er eine hervorragende Qualität der Kerne. Zu viel Feuchtigkeit würde dagegen die Wahrscheinlichkeit von Fäulnis erhöhen. Sein Resümee für das laufende Jahr fällt insgesamt verhalten aus: Man sei im Schnitt mit einem blauen Auge davongekommen.
Wetterabhängigkeit im Kürbisanbau
Der Anbau von Ölkürbissen gilt grundsätzlich als vergleichsweise wetterempfindlich. Die Pflanzen benötigen in bestimmten Wachstumsphasen ausreichend Feuchtigkeit im Boden, reagieren gleichzeitig aber empfindlich auf stehende Nässe, die Fäulnis begünstigen kann. Schotterböden speichern Wasser generell schlechter als lehmige oder humusreiche Böden, weshalb sich Trockenperioden dort besonders deutlich auf den Ertrag auswirken.
Der Zeitpunkt der Aussaat ist bei vielen Kulturen ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Risiken. Eine frühe Pflanzung verlängert zwar die Wachstumsperiode und kann dadurch höhere Erträge und eine bessere Ausreifung ermöglichen, erhöht aber zugleich die Gefahr, dass Spätfröste die jungen Pflanzen schädigen. Bleiben Frost und Hagel in einer Saison aus, wie es 2026 der Fall war, wirkt sich das tendenziell positiv auf früh angebaute Bestände aus.
Auch die Sonnenscheindauer während der Reifephase hat Einfluss auf die Qualität der Kerne, aus denen später das steirische Kürbiskernöl gepresst wird. Viele Sonnenstunden begünstigen in der Regel die Ausreifung und den Ölgehalt der Kerne, während anhaltend feuchte Witterung das Risiko von Pilzbefall und Fäulnis erhöht. Die Landwirtschaft in der Steiermark steht damit regelmäßig vor der Aufgabe, unterschiedliche Wetterrisiken innerhalb einer Saison gegeneinander abzuwägen.
Hinweis zur Faktenprüfung
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