Steirisches Start-up baut Thoriumreaktor-Prototyp in den Niederlanden

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Das steirische Energie-Technologieunternehmen Emerald Horizon hat am 8. September 2026 bei einer Pressekonferenz in Graz den Baustart für den sogenannten Test Loop bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um das Herzstück des geplanten Thoriumreaktors SMRX. Gebaut wird die Anlage bei der niederländischen VDL Groep in Eindhoven, den entsprechenden Vertrag unterzeichneten Emerald-Horizon-CEO Florian Wagner und VDL-Managing-Director Markjan Vermeer.

Der Prototyp soll bis 2029 fertiggestellt sein, eine Serienfertigung ist ab 2031 angedacht. Die physikalischen Grundlagen für das Konzept wurden nach Unternehmensangaben in Graz erforscht.

Vertragsschluss und Zeitplan für den Prototyp

Der Bau des Test Loop soll in den kommenden drei Jahren erfolgen. VDL tritt dabei als Auftragsfertiger auf, bringt sich laut Unternehmensangaben aber auch mit eigener Entwicklungsarbeit ein. Hans Priem von VDL bezeichnete das Projekt als Abenteuer.

Emerald Horizon wurde 2019 von Florian Wagner und Philipp Pölzl gegründet. Als Chefentwickler des Unternehmens tritt Mario J. Müller auf, der bei der Pressekonferenz einen rund zwei Gramm schweren Monazit-Kieselstein zeigte. Dieser enthalte nach seinen Angaben etwa 0,2 Gramm Thorium – eine Menge, die nach seinen Worten ausreiche, um einen Drei-Personen-Haushalt ein Jahr lang mit Energie zu versorgen.

Technischer Aufbau des SMRX

Der SMRX zählt zur Kategorie der Small Modular Reactors (SMR) und wird als modulare, unterkritische Energiequelle auf Thoriumbasis beschrieben. Das System kombiniert Wärmespeicher, Batteriespeicher, einen Konverter sowie einen Teilchenbeschleuniger zur Neutronenerzeugung. Eine Kontrolleinheit steuert die einzelnen Komponenten mithilfe Künstlicher Intelligenz.

Der Aufbau besteht aus vier Armen, die jeweils aus transportierbaren Containern gefertigt sind. Im späteren Betrieb soll der Reaktor im Boden eingelassen werden. Ein flüssiges Trägersalz zirkuliert bei Prozesstemperaturen von bis zu 900 Grad Celsius, das System arbeitet dabei unter Umgebungsdruck.

Ein einzelnes SMRX-Modul soll bis zu 25 Megawatt thermische und rund 10 Megawatt elektrische Leistung liefern. Nach Angaben von Wagner ließen sich damit rund 10.000 Haushalte versorgen. Der Generator soll eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren haben und muss laut Unternehmensangaben in dieser Zeit nicht nachgefüllt werden. Nach 20 Jahren fallen demnach rund 200 Kilogramm Abfall an. Statt Uran oder Plutonium kommt Thorium zum Einsatz, der Reaktor komme laut Firmenchef ohne kritische Kettenreaktion aus. Der Thoriumreaktor kann zudem kalt starten, auch ohne Anschluss an das Stromnetz.

Vermietmodell statt Gerätekauf

Emerald Horizon verfolgt mit dem Konzept „Energy as a Service“ ein Vermietmodell: Kunden zahlen demnach nicht für das Gerät selbst, sondern nur für die entnommene Energiemenge. Als angedachten Preis nannte Wagner rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde. Als Zielgruppe nannte das Unternehmen große Unternehmen, Gemeinden sowie öffentliche Infrastruktur wie Krankenhäuser. Die Reaktoren sind dabei als Ergänzung zur bestehenden Energieversorgung gedacht, nicht als vollständiger Ersatz.

Als weitere Anwendungsfelder nannte Emerald Horizon Rechenzentren, die Nahrungsmittel- und Metallindustrie, den Transportsektor sowie E-Tankstellen. Die Zielmärkte sieht das Unternehmen weltweit sowohl in industrialisierten Ländern als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Bis 2035 sollen die Thoriumgeneratoren bereits an mehreren Standorten hergestellt werden, genannt wurden dabei die USA, der Mittlere Osten und Asien. Emerald Horizon baut derzeit zudem eine Niederlassung in den USA auf.

Thorium als Rohstoff

Thorium kommt nach Angaben des Unternehmens weltweit häufig vor. Derzeit fällt der Stoff vor allem als Abfallprodukt beim Abbau seltener Erden an und wird auf Halden gelagert. Grundsätzlich gilt Thorium in der Fachdiskussion als Alternative zu Uran, da es in der Natur häufiger vorkommt und bei bestimmten Reaktorkonzepten ohne klassische kritische Kettenreaktion genutzt werden kann. Solche Konzepte arbeiten übl