Steirisches Unternehmen liefert Bergewagen für havarierte Flugzeuge an Flughafen München

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Ein steirisches Unternehmen liefert Spezialtechnik für den Flughafen München: In St. Nikolai ob Draßling im Bezirk Leibnitz wurde ein sogenannter Bergewagen für defekte Flugzeuge hergestellt und an den bayerischen Airport übergeben. Entwickelt wurde das Gerät von Andreas Mühlfellner, produziert wird es im Auftrag des Lannacher Unternehmens CON-ACT bei Metallbau Ferk am selben Standort.

Spezialgerät für havarierte Flugzeuge

Der Bergewagen dient dazu, defekte Flugzeuge von Landebahnen zu entfernen. Dabei ersetzt er das beschädigte Haupt- oder Bugfahrwerk einer Maschine und ermöglicht so deren Abtransport. Ziel ist es, Sekundärschäden am Flugzeug oder an der Infrastruktur zu vermeiden und den regulären Flugbetrieb möglichst rasch wieder aufnehmen zu können.

Der nun an den Flughafen München übergebene Bergewagen wurde in St. Nikolai ob Draßling gefertigt. Die Entwicklung des Systems geht auf Andreas Mühlfellner zurück, die Herstellung erfolgt bei Metallbau Ferk im Auftrag von CON-ACT.

Vorfall mit einer Boeing 787 in München

Anlass für die gestiegene Aufmerksamkeit für solche Bergesysteme ist ein Zwischenfall vom Flughafen München. Mitte August musste dort ein Langstreckenjet des Typs Boeing 787, ein sogenannter Dreamliner, von der Landebahn abgeschleppt werden. Die Maschine gehörte zu Vietnam Airlines.

Nach den vorliegenden Angaben rollte das Flugzeug beim Start über die Bahn hinaus und hob erst in der angrenzenden Wiese ab. Der Flug nach Vietnam wurde daraufhin nicht fortgesetzt, die Maschine landete wenig später wieder in München. Ursache für das Abschleppen der Boeing waren Reifenschäden. Der Vorfall wurde in zahlreichen Berichten als Beinahe-Katastrophe bezeichnet.

Bergung als technische Herausforderung

Grundsätzlich zählt die Bergung eines auf der Landebahn havarierten Flugzeugs zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Flughafenbetrieb. Ein blockiertes oder beschädigtes Fahrwerk kann dazu führen, dass eine Maschine nicht mehr aus eigener Kraft bewegt werden kann. Solange die Bahn nicht geräumt ist, bleibt sie für den regulären Verkehr gesperrt, was sich unmittelbar auf Starts und Landungen sowie auf Anschlussflüge auswirken kann.

Für solche Situationen halten größere Flughäfen üblicherweise spezielles Bergegerät bereit, mit dem sich beschädigte Fahrwerke temporär ersetzen lassen. Dazu wird die Maschine an geeigneten Punkten angehoben und auf ein Trägersystem mit eigenen Rädern gesetzt. Auf diese Weise kann das Flugzeug abseits der aktiven Bahn abgestellt werden, ohne dass weitere Bauteile durch unkontrollierte Bewegungen zusätzlich beschädigt werden.

Solche Bergewagen müssen unterschiedliche Lastanforderungen erfüllen, da Flugzeugtypen sich in Gewicht, Schwerpunkt und Aufbau der Fahrwerke deutlich unterscheiden. Die Konstruktion solcher Systeme erfordert daher spezialisiertes technisches Wissen, wie es in der Luftfahrtindustrie und im Fahrzeug- beziehungsweise Metallbau vorhanden ist. Die Herstellung entsprechender Spezialanfertigungen erfolgt häufig in kleineren, hochspezialisierten Betrieben, die eng mit Entwicklern und Flughafenbetreibern zusammenarbeiten.

Der rasche Einsatz von Bergegerät kann maßgeblich dazu beitragen, dass Flughäfen nach einem technischen Zwischenfall den Betrieb schneller wieder aufnehmen können. Damit verbindet sich ein wirtschaftliches Interesse der Flughafenbetreiber mit sicherheitstechnischen Anforderungen, da eine blockierte Landebahn den gesamten Flugplan eines Standorts beeinträchtigen kann.