Neues Tarifsystem im Vorarlberger Öffentlichen Verkehr sorgt für Kritik
Seit rund einem Monat gilt in Vorarlberg ein neues Tarifsystem für Bus und Bahn. Das bisherige Domino-System wurde durch drei Bereiche ersetzt: Lokal, Regio und Maximo. Zusätzlich gibt es unterschiedliche Zeitstufen mit 60-Minuten-, 120-Minuten- und 24-Stunden-Tickets.
Das neue System sollte nach Angaben des Vorarlberger Verkehrsverbunds einfacher werden. Seitdem sind jedoch Kritik und Unzufriedenheit unter Fahrgästen laut geworden.
Gewerkschaft meldet negative Rückmeldungen
Reinhard Stemmer, Vertreter des ÖGB, berichtet von vielen negativen Rückmeldungen – vor allem von Fahrgästen ohne Jahreskarte. Das neue Tarifsystem sei für viele nicht greifbar, so Stemmer. Die Gewerkschaft stellt fest, dass einzelne Fahrten deutlich teurer geworden seien. Busfahrerinnen und Busfahrer würden dabei als Blitzableiter für den Ärger der Fahrgäste dienen. Stemmer fordert mehr Klarheit und bessere Informationen für die Nutzerinnen und Nutzer.
Verkehrsverbund räumt Mängel ein und kündigt Anpassungen an
Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Vorarlberger Verkehrsverbunds, bezeichnet die Umstellung als die größte Tarifänderung seit Jahrzehnten. Laut Hillbrand sind 85 Prozent der Fahrten im neuen System gleich teuer oder günstiger geworden. Den Ärger einzelner Fahrgäste könne er nachvollziehen. Hillbrand räumt ein, dass die Information direkt an den Ticketautomaten in Bussen zu Beginn nicht ausreichend gewesen sei. Der Verkehrsverbund hat daraufhin Nachbesserungen vorgenommen: An den Automaten wird nun angezeigt, in welcher Lokalzone man sich befindet und mit welchem Ticket welche Bereiche erreicht werden können. Zudem soll die Verbindung von Dornbirn auf das Bödele angepasst werden.
Politischer Streit im Landtag
SPÖ und Grüne kritisieren höhere Preise auf einzelnen Strecken und wollten entsprechende Kostensteigerungen zurücknehmen. Ein entsprechender Antrag wurde im Volkswirtschaftlichen Ausschuss des Landtags mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS abgelehnt. Neu eingeführt wurde zudem ein vergünstigtes Jahresticket für Menschen ab 75 Jahren. Am neuen Tarifsystem will der Verkehrsverbund grundsätzlich festhalten.








